AZ App

Wegberger Klinik: Im Herbst soll der Prozess beginnen

Von: peter sellung
Letzte Aktualisierung:

Wegberg/Mönchengladbach. Es wird wohl Herbst, bis das Verfahren gegen den ehemaligen Chefarzt des Wegberger St. Antonius-Krankenhauses, Arnold Pier, beginnt. „Die Gegengutachten der Verteidiger liegen noch nicht vor”, erklärte Ralf Wolters, Sprecher des Mönchengladbacher Landgerichts, wo die Verhandlung gehalten werden wird.

Diese von den Anwälten Piers und der acht weiteren angeklagten Ärztinnen und Ärzte in Auftrag gegebenen Gegengutachten sollen entkräften, was die über 380 Seiten dicke Anklageschrift durch zahlreiche deutlich formulierte Gutachten bekräftigen soll. Nämlich, dass die Mediziner in allerdings sehr unterschiedlicher Häufigkeit, allein oder mit anderen Angeklagten Patienten der Wegberger Klinik misshandelt, geschädigt, verletzt oder sogar ihren Tod verursacht haben sollen.

Die meisten Fälle werden dem 52-jährigen ehemaligen Chefarzt, dessen Approbation ruht, selber zur Last gelegt. Insgesamt 69 Vorwürfen - darunter körperliche Misshandlung mit Todesfolge, fahrlässige Tötung, Körperverletzung, unterlassene Hilfeleistung oder auch Missachtung des Ruhens der Approbation - müssen er und seine Verteidiger sich erwehren.

Bei den acht anderen Angeklagten, allesamt Deutsche und zwischen 29 und 62 Jahre alt, geht es um einmal 14, einmal drei und dreimal zwei Vorwürfe, drei Angeklagten wird jeweils eine Handlung mit negativen Auswirkungen vorgehalten.

Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hat nach langen Ermittlungen - die zu verhandelnden Taten fanden zwischen Januar 2006 und Juli 2007 statt - im März dieses Jahres die Eröffnung des Verfahrens vor der Großen Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts beantragt. Seitdem haben Angeklagte und Verteidiger Gelegenheit, eigene Gutachten und Stellungnahmen abzugeben.

Piers Anwalt Thomas Verheyen hatte angekündigt, dass diese Gutachten ebenso deutlich zu ganz anderen Ergebnissen kommen würden als jene der Staatsanwaltschaft. Wolters: „Ein solches Strafverfahren muss gut vorbereitet werden.” Und dazu gehört eben auch, dass den Verteidigern die Chance gegeben sein muss, sich ihrerseits auf Untersuchungen von Fachleuten berufen zu können.

Wann genau der Prozess beginnen wird, kann Wolters nicht sagen: „Vielleicht im Oktober, aber man kann das in einem solchen Verfahren nie prognostizieren.” Denn - wie gesagt - alle Seiten wollen und müssen vor Prozessbeginn ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert