Wegberger Brandleiche: Stefan D. muss 13 Jahre in Haft

Von: Daniel Gerhards
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Stefan D. wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Mönchengladbach/Wegberg. Eine Schwurgerichtskammer des Landgerichts Mönchengladbach hat Stefan D. am Donnerstag wegen Totschlags und besonders schwerer Brandstiftung zu 13 Jahren Haft verurteilt. Damit folgte die Kammer der Forderung der Staatsanwaltschaft, die 13 Jahre und sechs Monate gefordert hatte, beinahe in vollem Umfang.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass D. seine damalige Lebensgefährtin Manuela B. umgebracht hat und danach Feuer in dem gemeinsamen Haus im Wegberger Ortsteil Kipshoven legte, um die Spuren seiner Tat zu verwischen.

Im Laufe des Prozesses sei geklärt worden, was in der Nacht zum 20. November, in der Manuela B. umgebracht wurde, geschah, sagte der vorsitzende Richter Lothar Beckers: „Es ist uns überwiegend gelungen, Licht ins Dunkel zu bringen.“ Was fehlte, waren Informationen darüber, wie der Angeklagte seine Lebensgefährtin genau umbrachte. In dieser Frage habe sich das Gericht auf die am Tatort gefundenen Spuren und die Erkenntnisse der Rechtsmedizin verlassen müssen.

Demnach hat D. sein Opfer zunächst geschlagen, gewürgt und ihr dann mit einem Küchenmesser die Kehle durchgeschnitten. Was der Angeklagte, der diese Tat im Verlauf des Prozesses gestanden hatte, genau mit dem Messer gemacht hat, wie es zu den Hämatomen im Gesicht von Manuela B. kam und warum er am Hals zugedrückt hat, konnte das Gericht nicht klären. „Das hätte uns und die Familie des Opfers sehr interessiert“, sagte Beckers. D. hatte sich diesbezüglich auf eine Erinnerungslücke berufen. Er wisse nur noch, dass er irgendwann mit einem Messer in der Hand über der blutüberströmten Leiche stand.

Nachdem Manuela B. tot war, habe Stefan D. sie auf das Wohnzimmersofa gelegt, sagte Beckers. Am nächsten Morgen, so die Überzeugung des Gerichts, zog er sie aus, wusch die blutgetränkte Wäsche und brachte die Leiche ins Schlafzimmer im Obergeschoss, wo er mehrere Gasflaschen unter das Bett gestellt hatte.

Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass D. dann vorsätzlich Feuer legte, um seine Tat zu vertuschen. Der Angeklagte hatte hingegen angegeben, dass ihm möglicherweise „aus Versehen“ eine brennende Zigarette heruntergefallen sei, die den Brand ausgelöst haben könnte. Das bezeichnet Beckers als unglaubwürdig. Auch weil D. noch die Scheibe einer Glastür eingeschlagen hatte, um einen Einbruch vorzutäuschen.

Was das Motiv angeht, kam die Kammer zu dem Schluss, dass Stefan D. nicht damit zurechtgekommen war, dass seine Lebensgefährtin sich von ihm trennen wollte. Sie hatten sich einige Monate zuvor über das Internet kennengelernt, D. sei schnell zu seinem späteren Opfer gezogen. Mit der Zeit kam es aber zu Spannungen. Auch weil D. behauptet hatte, dass seine Ehefrau und Kinder bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren. Das stellte sich als Lüge heraus. Manuela B., die eine 17-jährige Tochter hinterlässt, habe deshalb das Vertrauen zu ihm verloren, sagte Beckers.

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