Was man tun kann, um Wespen fern zu halten?

Von: dpa
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Wespe
Die Plagegeister schlagen nur dann zu, wenn sie sich bedroht fühlen. Foto: Peer Grimm/dpa

Aachen. Hier geben wir Ihnen einige Tipps zum Umgang mit den sommerlichen Plagegeistern, die andere – je nach Sichtweise – natürlich als Nützlinge bezeichnen.

Woran erkenne ich eine Wespe?

An der Wespentaille. Es gibt eine Art Einschnitt zwischen dem mittleren Körperabschnitt und dem Hinterleib. Und natürlich trägt sie das typische schwarz-gelbe Körperkleid. Die Hornisse ist eine Wespenart, die zusätzlich zum Streifenmuster in Gelb und Schwarz rötlich-braune Streifen hat. Sie ist auch größer als andere Wespen. Den Unterschied sollte man kennen, denn Hornissen stehen unter Naturschutz, genauso wie Bienen. Sie haben einen bräunlichen Hinterleib, sind insgesamt rundlicher und behaarter. Und bei einem Stich verlieren sie ihren Stachel, Wespen nicht.

Wie reagiere ich auf eine Wespe in meiner Nähe?

Es ist leichter gesagt als getan, denn die Tiere nerven einfach: Aber wichtig ist ruhigzubleiben. Denn Wespen greifen nie aus eigenem Antrieb einen Menschen an, betont der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Sondern nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihr Nest es zu sein scheint. Bedrohungen sind für die winzigen Tiere heftige Bewegungen. Aber die Tiere reagieren auch darauf, wenn man sie anpustet: Der Atem enthält Kohlendioxid, ein Alarmauslöser für die Tiere.

Was hält Wespen vom Haus fern?

Das Einfachste ist, sie mit einem Insektenschutzgitter nicht hineinzulassen, erklärt der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV). Preiswert und einfach anzubringen sind Netze aus Kunststoff, die man selbst auf die Größe der Fenster und Türen zuschneidet. Selbstklebende Bänder halten sie am Rahmen.

Doch diese Variante hat eine geringe Haltbarkeit, und die Fenster lassen sich damit schwieriger reinigen, erklärt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF).

Besser in der Handhabung, aber etwas teurer, sind Spannrahmen mit Fiberglasgewebe und mitgelieferter Halterung. Für Balkon- oder Terrassentüren gibt es etwa Drehrahmen, die sich wie die Tür selbst öffnen und schließen lassen. Für Fenster eignen sich Insektenschutz-Rollos, die flexibel heruntergelassen werden.

Die Netze und Gitter am Fenster können aber den Raum verdunkeln, Alternativen sind Systeme mit Transparentgewebe. Sogenannte Funktionsgewebe halten auch Pollen ab. Wer eine Katze oder einen Hund hat, sollte auf Modelle zurückgreifen, die stärkere Beanspruchungen aushalten.

Ich habe ein Nest in Hausnähe, was tue ich?

Am besten kommt der Schädlingsbekämpfer. Ist das Nest wirklich an einer problematischen Stelle, muss er die Tiere nicht töten, er kann sie oft auch umsiedeln. Handelt es sich um Hornissen, muss die Kommunalverwaltung dem Eingreifen des Schädlingsbekämpfers zustimmen, sie stehen unter Naturschutz.

Allerdings löst sich das Problem nach einiger Zeit auch von allein: Wespen sterben je nach Art ab August und bis spätestens Anfang November ab. Nur die Jungköniginnen überleben, überwintern und gründen im Frühjahr neue Kolonien, wie der DSV erklärt. Für die Zeit des Zusammenlebens den Sommer über gilt auch hier: Die Tiere in Ruhe lassen und nicht bedrohen.

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