Was machen „Au Banan“ und „Adieda“ auf Facebook?

Von: Leandra Kubiak
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Verliebt in Öcher Wörter: Mana Kakuan und Markus Dederichs haben eine Facebook-Seite zu dem Thema ins Leben gerufen. Foto: Leandra Kubiak

Aachen/Köln. Die Idee, mit einer eigenen Seite online zu gehen und anderen Menschen den Öcher Wortschatz näher zu bringen, kam Markus Dederichs und Mana Kakuan eigentlich eher zufällig – heute ist ihre Facebook-Seite „Öcher Wörter“ ein voller Erfolg.

Auf der Seite erklären die Medizinstudentin und der Medienwissenschaftler ihren Lesern auf charmante Weise, was die typischen Begriffe der Aachener Mundart bedeuten. Damit konnten sie bereits mehr als 17.000 Facebook-Fans gewinnen.

Angefangen hat alles damit, dass Mana Kakuan – die selbst gar nicht aus der Region kommt – ein Plakat mit typischen „Öcher Wörtern“ für ihren Freund Markus Dederichs entworfen hat, der gebürtiger Aachener ist. Ihr Entwurf kam bei Freunden und Familie so gut an, dass das Paar überlegt hat, wie man die Idee weiterentwickeln kann.

„Die Seite habe ich dann ganz spontan erstellt“, erzählt Dederichs. Ende Januar ging sie online und gewinnt seitdem immer mehr Anhänger. Gleich in den ersten beiden Wochen sei sie ziemlich „durch die Decke gegangen“, erinnert sich der 27-Jährige. Schon in dieser kurzen Zeit wurden viele Leute darauf aufmerksam und rund 3000 Menschen markierten sie mit einem „Gefällt mir“.

Pro Woche veröffentlicht das Paar etwa drei Beiträge. Die 27-jährige Mana Kakuan übernimmt dabei die grafischen Aufgaben, Freund Markus verwaltet die Website und schreibt die Texte. Der erste Beitrag war gleich ein Klassiker: Der vom Öcher gern benutzte Ausdruck „Och herm“. Aber auch Ausdrücke wie „Au Banan“, „Adieda“, „Au Hur“ oder „hömmele“ waren schon dabei.

Rückmeldungen bekommen die beiden vor allem von Aachenern. Häufig würden aber auch Menschen auf ihre Seite reagieren, die ihre Wurzeln in der Region haben, aber inzwischen in anderen Städten leben, erzählen die beiden.

Kakuan und Dederichs selbst leben derzeit in Köln. Mana Kakuan ist gebürtige Iranerin und im Kölner Raum aufgewachsen. Und auch Dederichs hat es vor einigen Jahren für sein Studium nach Köln verschlagen – aber die Verbindung zur Heimat und zur eigenen Sprache bleibt eben. Und Begriffe wie „Och Herm“ oder „hömmele“ sind auch heute noch fest in Dederichs Wortschatz verankert.

Das Phänomen, dass sich Menschen für Dialekte ihrer Region begeistern, sei nicht neu, sagt Georg Cornelissen, Sprachforscher beim Landschaftsverband Rheinland. In den letzten Jahren habe der Trend zugenommen, dass beispielsweise Regionalzeitungen Serien über die Mundart ihrer Region herausbringen. Vielen Menschen sei Sprache einfach wichtig, meint Cornelissen. „Sprache berührt die Leute, sie löst Erinnerungen aus.“

Dass sich Serien oder Kolumnen – zum Beispiel in der Tageszeitung – mit dem Dialekt auseinandersetzen, habe damit zu tun, dass der Wortschatz für Leser viel einfacher zugänglich sei, als beispielsweise das Thema Grammatik, erklärt der Sprachwissenschaftler. Ein Grund, warum sich viele Menschen an Websites oder Artikeln über ihre Sprache erfreuen, ist auch, dass sie sich selbst einbringen und „ihre“ Wörter weitergeben können. Schön findet Cornelissen, dass über moderne Medien auch junge Menschen mit dem Thema Mundart erreicht werden können.

Momentan stecken Mana Kakuan und Markus Dederichs eine Menge Zeit in ihr Projekt – und das neben Studium, beziehungsweise Beruf. Aber es zahlt sich aus. „Das schönste Gefühl ist, dass man etwas selbst geschaffen hat und die Leute es mögen“, sagt Kakuan. Und aufhören wollen sie mit ihrer Seite noch lange nicht.

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