Aachen - Was der „Uhrentest“ dem Psychologen verraten kann

Was der „Uhrentest“ dem Psychologen verraten kann

Von: xen
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Schlange stehen bei „Rat & Hilfe“ im Seminarraum: Viele Besucher wollten sich testen lassen oder einmal persönlich mit einem Arzt sprechen.

Aachen. „Das Wandern ist des Müllers Lust, das Wa-ha-ndern.“ Bei Rat & Hilfe“ im Uniklinikum ging es kein bisschen trübsinnig zu – trotz des wenig amüsanten Themas „Demenzielle Erkrankung“ des Forums Medizin am Dienstag.

Die Lebensqualität erhalten für Erkrankte und Angehörige – das ist das Hauptanliegen der Aussteller. Und ein fröhlich zur Gitarre geschmettertes Volkslied kann dazu eben auch beitragen.

Deshalb hatte Gereon Blum, Geschäftsführer des Krankenhauses Düren, seinen Vater Josef mitgebracht, der nicht nur das Saitenin-strument beherrscht, sondern zudem textsicher ist. „Menschen mit Demenz begegnen uns überall. Da ist es gut, sich generell darauf einzustellen“, findet Blum.

Singen geht selbst am Krankenbett. Wie man einen an Demenz erkrankten Angehörigen während eines Klinikaufenthaltes gut beschäftigen und unterhalten kann, erklärten die Mitarbeiter des „Teams Altersmedizin“, besetzt mit einer Altersmedizinerin, einer Gerontopsychiaterin der benachbarten LVR-Klinik und einem speziell ausgebildeten Krankenpfleger. Sie beraten die Stationen.

„Nicht bei allen betroffenen Patienten ist eine Demenz vor dem Krankenhausaufenthalt bekannt. Der Umgebungswechsel kann Verwirrung auslösen“, erläuterte Gerontopsychiaterin Ulrike Rubin. Darauf passend zu reagieren, ohne zu beruhigenden Medikamenten zu greifen – das ist die Strategie von Christoph Venedey, Leiter des Seniorenzentrums am Haarbach.

Seit 2006 hat er die Kommunikationsstrategie „Marte Meo“ in seinem Haus eingeführt. „Es geht darum, gute Momente zu schaffen und mit allen Wünschen der Bewohner kreativ umzugehen“, sagte er.

Die Angehörigen in einem anderen Licht sehen, als in dem der anstrengenden Pflege – das geht im Mehrgenerationenhaus des Helene-Weber-Hauses Aachen/Stolberg. Neben vielen Angeboten für Kinder und Familien und Migranten und Ehrenamtliche bildet „Alter und Pflege“ eine wichtige Säule. Hier können Demenzkranke mit ihren Angehörigen regelmäßig unbeschwerte Nachmittage verleben.

Für Entspannung sorgte am Stand der Krankenkasse AOK mit vielen Infos zum Thema Demenz auch Frank Müller, der zahlreiche Relax-Runden leitete und guten Rat gab.

Eine nützliche Anlaufstelle für Angehörige sind die Alzheimer-Gesellschaft, das Demenz-Netz, sowie die Gerontopsychiatrische Beratungsstelle des Alexianer Krankenhauses. Sie behalten den Überblick über die vielen Angebote, finden die richtigen Anlaufstellen und können sich Zeit für ausführliche Gespräche nehmen. Rita Schieren von der Alzheimer-Gesellschaft ergänzt: „Die Möglichkeit, sich unter betroffenen Angehörigen zu treffen, ist wichtig.“

Doch wann ist eine Vergesslichkeit ein Anzeichen für Demenz? Einen Hinweis darauf konnten die Besucher von „Rat & Hilfe“ bei verschiedenen Tests des Fachbereichs Neuropsychologie des Uniklinikums und des Zentrums für Neurologie und seelische Gesundheit bekommen: Uhrentest, Wortflüssigkeitstest, Aufmerksamkeitstest, Riechtest.

„Räumliche Fähigkeiten, Zeitsinn, die richtige Reihenfolge der Ziffern stellen beim Uhrentest hohe Anforderungen ans Gehirn“, erläuterte Inez Ramakers. „Klappt das nicht mehr gut, kann das ein Anzeichen für eine beginnende Demenz sein.“

Sport ist in jedem Fall eine gute Strategie: „Eine Kombination aus Rehasport und Krafttraining ist die beste Prävention. Das stärkt die Motorik und die kognitive Leistung“, erklärte Theresa Sienz von MedAix. Hier konnte man sein biologisches Alter testen. Das Unternehmen BB medica stellte ein Trainingsgerät für effektiven Sport im Sitzen vor, das viele begeistert ausprobierten.

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