Köln - Warum Bauklötze immer eine gute Idee sind

Warum Bauklötze immer eine gute Idee sind

Von: Madeleine Gullert
Letzte Aktualisierung:
11416717.jpg
Sie ist die Expertin für Spielzeug: In der Vorweihnachtszeit berät die Sozialpädagogin Helga Hedderich Großeltern, Tanten, Onkel, Patentanten oder auch mal Eltern, die nicht wissen, was sie einem Kind schenken sollen. Foto: dpa

Köln. Natürlich geht es an Weihnachten um mehr als um Geschenke, aber gerade kleine Kinder freuen sich doch ehrlich gesagt am meisten über die Päckchen unter dem Weihnachtsbaum. Was da wohl drin ist? Damit es nicht der falsche Inhalt ist, dabei kann Helga Hedderich helfen.

Die 63-Jährige ist Sozialpädagogin bei der Stadt Köln. In der Vorweihnachtszeit wirkt sie als Spielzeugberaterin. Weil eine einmalige Aktion so viel Resonanz brachte, ist Hedderich nun schon seit mehr als zehn Jahren Spielzeugberaterin. Die Stadt Köln bietet die Beratung als freiwillige Leistung im Rahmen der Kinder- und Jugendförderung an. „Beschwerden gab es noch nie“, sagt die Sozialpädagogin.

Frau Hedderich, was ist denn eigentlich ein gutes Spielzeug?

Hedderich: Ein gutes Spielzeug fördert die Fantasie, ist vielseitig verwendbar und regt bestenfalls sogar zur Bewegung an. Kinder sollten selbstständig damit umgehen können und das Spielzeug für viele Spiele nutzen können. Idealerweise ist es auch noch ergänzbar.

Das hört sich ein bisschen wie die Eierlegende Wollmilchsau an. Können Sie denn Beispiele für solche guten Spielzeuge nennen?

Hedderich: Alles, was zum Rollenspiel gut genutzt werden kann. Das kann der ganz typische, beliebte Einkaufsladen sein oder ein Puppenhaus. Verschiedene Bälle für draußen sind auch toll. Bauklötze sind vielseitig verwendbar und sie wachsen sozusagen mit, weil sie über einen längeren Zeitraum interessant bleiben. Bei kleineren Kindern rate ich auch gern zu Steckspielen oder Knete, bei älteren Kinder zu Experimentierkästen, Instrumenten oder Jongliermaterial.

Wer bittet Sie um Rat?

Hedderich: Meist rufen mich Menschen an, die nicht direkt mit dem Kind aufwachsen, sondern eher aus dem näheren Umfeld stammen. Das können beispielsweise Großeltern oder Tanten und Onkeln sein.

Rufen Sie denn auch mal Eltern an?

Hedderich: Eher selten, aber das gibt es auch.

Ist das nicht etwas traurig, wenn die Eltern nicht wissen, was sie ihrem Kind schenken sollen?

Hedderich: Eltern rufen bei mir nie an, weil sie keine Geschenkidee haben. Wenn Eltern anrufen, wollen sie sich vielmehr vergewissern, ob es in Ordnung ist, ein bestimmtes Spielzeug zu verschenken. Meist handelt es sich dann um Dinge, die den Eltern selbst nicht gefallen. Sie sind verunsichert und fragen mich nach meiner Meinung.

Sollten Kinder einen Wunschzettel schreiben, damit die Wünsche klar sind?

Hedderich: Ja, das ist sinnvoll. Man muss aber nicht alle Wünsche erfüllen, und das sollte man dem Kind von Anfang an erklären.

Wie finden Sie eine Idee für ein Geschenk? Haben Sie Standardantworten nach dem Motto: Für ein vierjähriges Mädchen geht eine Puppe immer?

Hedderich: Nein, das sind ganz individuelle Antworten, und ich berate auch nicht geschlechtsspezifisch. Meist dauert so ein Gespräch nicht länger als eine halbe Stunde. Ich erfrage dann, was die Kinder gern machen und was sie schon für Spielzeug haben. Es ist ja grundsätzlich sinnvoller, schon vorhandene Spielzeuge, die gut genutzt werden, zu ergänzen. Also die Bauklötzchensammlung zu erweitern, neue Anziehsachen für die Puppe, neue Waren für den Spielkaufladen. So wird das Spiel reicher. Das ist besser, als wenn man Tausende verschiedene einzelne Spielzeugsysteme hat.

Gibt es etwas, wovon Sie abraten?

Hedderich: Natürlich gibt es auch unnötige Spielsachen. Simple Spiele, die ihren Reiz nach einmaligem Spielen auch schon verlieren. Die werden dann schnell langweilig. Natürlich würde ich auch nicht zu gewaltverherrlichenden Spielen raten, aber diese Anfragen kommen auch gar nicht. Mich rufen ja eher Menschen an, um über Spielzeug für jüngere Kinder zu sprechen.

Warum brauchen Menschen diese Beratung überhaupt?

Hedderich: Ich denke, dass das mit einer Reizüberflutung zu tun hat. Das Angebot ist riesig. Und dann werden auch noch ständig neue Trends propagiert – auch wenn die gar nicht unbedingt wirklich so neu sind.

Wie halten Sie sich auf dem Laufenden? In Spielwarengeschäften?

Hedderich: Ja, das mache ich tatsächlich. (lacht) Wobei ich glaube, dass das Bewährte oft gut ist. Die Klassiker wie Bauklötzchen gehen immer.

Haben Sie in diesem Jahr schon einen besonderen Trend ausgemacht?

Hedderich: Nicht so richtig. Die Star-Wars-Figuren, die sehr angesagt sind, waren auch im vergangenen Jahr schon da.

Spielt das Thema Geld bei den Beratungen eine Rolle?

Hedderich: Qualitativ hochwertiges Spielzeug hat oft seinen Preis. Ich rate dazu, sich mit mehreren aus der Familie oder aus dem Bekanntenkreis zusammenzutun. Es muss ja nicht jeder ein Geschenk unter den Tannenbaum legen.

Wollen Kinder denn nicht immer ganz viel bekommen?

Hedderich: Ich glaube nicht, dass Kinder Wert darauf legen, möglichst viele Päckchen zu bekommen. Wenn sich ein Kind ein Piratenschiff oder eine Burg wünscht, wird es sich darüber freuen, auch wenn es dann nicht noch zehn andere Spielsachen gibt.

Spielen Sie eigentlich gerne?

Hedderich: Von Berufswegen habe ich viel mit Kindern gespielt. Jeder Mensch spielt auf die ein oder andere Weise gerne – auch ich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert