Wann und wo haben auch Frauen politischen Einfluss?

Von: Katharina Menne
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Aachen. Immer wieder gab und gibt es Frauen mit großem politischen Einfluss: Man denke an Kleopatra, Katharina die Große oder auch aktuell an Angela Merkel. Doch verglichen mit den männlichen Herrschern sind es wenige.

Und obwohl besonders in den letzten Jahrzehnten viel passiert ist bei der Gleichstellung von Mann und Frau und sich vor allem in der jüngeren Generation in Deutschland niemand mehr benachteiligt fühlen muss, haben seit 1950 lediglich fünf Frauen den Karlspreis bekommen.

Auch im gesamten diesjährigen Rahmenprogramm stehen wenige weibliche Vortragende auf der Bühne. Das nahmen die Volkshochschule Aachen, der Frauenrat NRW und das Gleichstellungsbüro der Stadt Aachen zum Anlass, zu fragen, wie es denn um mächtige Frauen bestellt war und ist – zur Zeit Karls des Großen und heute.

Den Auftakt der Veranstaltung machte Linda Dohmen vom Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn zum Thema „Mächtige Frauen damals und heute. Der Preis der Macht“. Sie stellte anschaulich dar, dass es zu Zeiten Karls des Großen als größter Verdienst einer Frau galt, wenn sie ihrem Mann eine gute und rechtschaffene Ehefrau war.

Macht besaß sie also höchstens über ihren Mann und vielleicht noch über ihre Kinder. Sozialer und damit verbundener Aufstieg in Machtpositionen blieb Frauen dagegen meist verwehrt. Die einzige Verbindung von weiblicher Macht mit tatsächlicher Herrschaft fand man nur im Amt der Äbtissin.

Und wie sieht es heute aus? Das diskutierten im Anschluss an den Vortrag Beate Blüggel (Direktorin der Volkshochschule Aachen), Patricia Aden (Vorsitzende des Frauenrats NRW), Daniela Jansen (Mitglied des Landtags) und Annette Diesler (Diözesanverband Aachen). Patricia Aden betonte, dass Gremienarbeit oft nicht frauenfreundlich sei, etwa aufgrund ungünstiger Sitzungszeiten. Aber, es seien leider auch oft die Frauen, die nicht entschieden genug den Weg zur Macht gingen.

Deshalb, und darin waren sich alle einig, sollte man einmal den Vorstoß wagen, dem Karlspreis-Direktorium offensiv Frauen vorzuschlagen, die sich um Europa verdient gemacht haben, um sie mehr ins Blickfeld zu rücken – und dann das nächste Karlspreis-Rahmenprogramm nach Möglichkeit aktiv mitzugestalten.

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