Wegberg/Wassenberg - Wandertag: Der Natur im Birgelener Wald ganz nah

Wandertag: Der Natur im Birgelener Wald ganz nah

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Ein perfekter Tag zum Wandern: Unsere Abonnenten erkunden beim Wandertag den Birgelener Wald. Foto: Andreas Steindl
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Informationen am Rande der Strecke: Experten geben an markanten Punkten Informationen. Zum Beispiel zum „Umbau“ des Waldes.
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Eine Erfrischung am Ziel: Nach der Wanderung bleibt noch Zeit, den Tag auf dem Gelände der Naturschutzstation zu genießen.
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Leckeres aus dem Lehmkohleofen: Das frische Roggenbrot ist genau die richtige Stärkung für die Wanderer.
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Gut zu Fuß: Die Teilnehmer des Wandertages müssen auch einige kleine Steigungen bewältigen.
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Viel Spaß haben auch die jüngsten Teilnehmer des Wandertages.

Wegberg/Wassenberg. Schattige Wege durch den dichten Wald, helle Lichtungen, Stege über das Moor und jede Menge Informationen am Rande der Strecke – so vielfältig war der dritte Wandertag unserer Zeitung.

Rund 800 Abonnenten machten sich am Sonntag von der Naturschutzstation Haus Wildenrath aus auf den Weg in den Birgelener Wald. An diesem herrlichen Spätsommertag lagen am Start noch 13,7 Kilometer vor den Teilnehmern. Wem das zu lang war, der konnte bei einer geführten 3,7 Kilometer langen Familienwanderung viel über Wald und Natur lernen.

Gerrit Bremer, Botaniker der Naturschutzstation Haus Wildenrath, sagte auf dem Rundweg, dass die in dem 700 Hektar großen Naturschutzgebiet, durch das unsere Abonnenten wanderten, verbreiteten Eichenwälder nur entstehen konnten, weil die Bäume gepflanzt wurden. Wenn man der Natur freien Lauf lasse, dann verdränge die Buche die Eiche auf lange Sicht.

Am Fuße einer etwa 180 Jahre alten Buche erklärte er den Teilnehmern, dass Buchen kein Licht zum Wachsen brauchen. Eichen sehr wohl. Außerdem wachse die Buche viel schneller als die Eiche. So nehme sie ihr das lebenswichtige Licht und verdränge sie. „Die jungen Buchen wachsen zwischen Eichen hindurch. Ohne Forstwirtschaft gehen die Eichenwälder irgendwann verloren“, sagte er. Weil man der Natur im Waldgebiet nahe der Naturschutzstation freien Lauf lasse, gehe Bremer davon aus, dass es dort in 50 Jahren keine Eichen mehr gibt. Ob das sinnvoll ist, werde auch unter Naturschützern diskutiert.

Auf der großen Wandertag-Runde durch den Nordosten des Kreises Heinsberg folgten die Teilnehmer vor allem den Wegen des Premium-Wanderwegs Birgeler Urwald. An ein paar Stellen wichen sie dann aber doch ab, zum Beispiel, um sich Relikte des Westwalls anzuschauen. Ein Experte zeigte alte Schützengräben und informierte über die militärische Verteidigungslinie.

Auch am Birgelener Pützchen, einem Ort, den Pilger regelmäßig aufsuchen, gab es Wissenswertes zum Willibrordus-Brunnen, dessen Wasser heilende Wirkung nachgesagt wird. Thema waren zum Beispiel auch die stillgelegte Bahnstrecke Jülich-Dalheim, das Hangmoor und der Schaagbach. Die Wanderer durchquerten dabei urwüchsige Misch- und Buchenwälder, kamen an fast mannshohen Farnen vorbei und liefen über Stege durch das Moorgebiet.

Für die Abonnenten, die schon bei den ersten beiden Auflagen des Wandertages in der Eifel dabei waren, war es nichts Neues, neben der Strecke auch noch viele Informationen aus Expertenhand zu bekommen. Einige Wandertag-Neulinge waren allerdings überrascht, dass sie so weit mehr geboten bekamen als bei einem Ausflug in die Natur, den sie auf eigene Faust unternehmen.

Viel zu erleben gab es dann auch rund um das Haus Wildenrath. Dort zeigte die Naturschutzstation 44 alte und regionaltypische Obstsorten. „Viele Leute wissen gar nicht, dass es so viele Obstsorten gibt“, sagt Brigitta Szyska, Geschäftsführerin der Nabu-Naturschutzstation Haus Wildenrath, und zeigt die Rheinische Schafsnase, den Krumstiel und die Schöne von Elmpt. Dabei handelt es sich um Apfelsorten, die auf dem Gelände der Naturschutzstation wachsen. Den frisch gepressten Saft konnten die Wanderer dann auch gleich probieren. Dazu gab es Roggenbrot aus dem mit Holz geheizten Lehmbackofen. Auch Honig vom Imkerverein Wegberg und eine Demonstration im Filzen von frisch geschorener Schafswolle gehörten zum Angebot.

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