„Vorsicht, falscher Enkel!”: Polizei und Bank gegen Betrüger

Von: Frank Christiansen, dpa
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Düsseldorf. „Rate mal, wer hier spricht?” So beginnen Anrufe, mit denen ältere Menschen um ihre Ersparnisse gebracht werden sollen. 1444 solcher Versuche hat das Landeskriminalamt in den vergangenen drei Jahren in Nordrhein-Westfalen registriert, 270 Mal hatten die Täter Erfolg.

Insgesamt ergaunerten die Anrufer, hinter denen Ermittlungen zufolge Großfamilien in Osteuropa stecken, fast drei Millionen Euro. Mit einem Pilotprojekt wollen Landeskriminalamt und Düsseldorfer Sparkasse nun ältere Menschen besser vor den Betrügern schützen und „falschen Enkeln” das Handwerk legen. Am Mittwoch startete die Kampagne gegen den „Enkeltrick”. Weitere Banken sollen landesweit folgen.

In großen Lettern und auf mehreren 10.000 Info-Zetteln warnen in Düsseldorf an Geldautomaten und in den 65 Filialen der Sparkasse Plakate vor den Gaunern. Diese geben sich als Verwandte oder gute Bekannte aus und täuschen eine Notlage vor, in der sie dringend Geld brauchen. Mit Sätzen wie „Du hast mich doch lieb, Omi!” oder „Du musst mir doch helfen!” wird emotionaler Druck von den Tätern aufgebaut. Willigt das Opfer ein, erscheint ein Unbekannter, der sich mit einem am Telefon vereinbarten Kennwort ausweist und mit dem Geld verschwindet.

Besonders gutgläubige ältere Menschen sind im Visier der Gauner, die auf entsprechende Vornamen achten, wenn sie städteweise systematisch tausende Telefonnummern wählen, bis sie wieder ein gutgläubiges Opfer am anderen Ende der Leitung haben. In einem Fall erbeuteten die falschen Enkel von einer 93-Jährigen 60.000 Euro.

„Das ist eine besonders perfide Masche, um alte Menschen auszunutzen”, sagt LKA-Direktor Wolfgang Gatzke am Mittwoch. Hinter den registrierten Straftaten vermuten die Ermittler eine Dunkelziffer von Betrogenen, die keine Anzeige erstatten, weil ihnen im Nachhinein peinlich ist, derart geleimt worden zu sein.

Seit fast zehn Jahren wird das Phänomen des „Enkeltricks” bundesweit registriert. Schon oft konnten Bank-Mitarbeiter im letzten Moment den Betrug verhindern. Sie sind geschult, besonders darauf zu achten, wenn aufgelöst oder gestresst wirkende ältere Menschen in die Filiale stürmen, um große Summen Geld abzuheben. Sensibel sollen sie sich erkundigen, wofür das Geld denn gebraucht wird und gegebenenfalls auf den „Enkeltrick” hinweisen und dazu raten, die Polizei einzuschalten.

Wenn das Opfer aber, wie es ihm die Täter eintrichtern, vorgibt, dass alles in Ordnung sei und auf der Auszahlung des Geldes bestehen, sei die Bank letztlich machtlos, berichtet Sparkassen-Chef Peter Fröhlich.
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