Bocholt/Düsseldorf - Vorfahrt für alte Kennzeichen gefordert

Vorfahrt für alte Kennzeichen gefordert

Von: dpa/red
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Bocholt/Düsseldorf. Der Streit um ein mögliches Comeback von ehemaligen Autokennzeichen in NRW geht weiter.

Viele Autofahrer zwischen Rhein und Weser wollen ihre Kleinstadt-Nummernschilder wie „ERK”, „JÜL”, „CAS”, „WIT” oder „AL” zurückhaben. In Bocholt brachten die Bürgermeister von 17 Kommunen am Montag eine Resolution auf den Weg, die sich für die Wiedereinführung der in den 70ern abgeschafften Kennzeichen einsetzt - als „Wunschkennzeichen”.

Mit dem Papier, das auch vom Jülicher Bürgermeister Heinrich Stommel unterschrieben wurde, versuchen die Städte, Landesverkehrsminister Harry Voigtsberger (SPD) zu überzeugen. Sein Ministerium hatte sich bisher immer gegen derartige Pläne ausgesprochen. „Wir möchten den Minister bitten, seine Haltung zu ändern, uns zu unterstützen und dem Bundesverkehrsministerium unsere Kennzeichen zu nennen. Mehr braucht er ja gar nicht tun”, sagte Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo (SPD). Beteiligt an der Resolution sind unter anderem auch Witten, Moers, Lüdinghausen, Altena, und Castrop-Rauxel. Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen hat die Resolution zwar nicht unterschrieben, befürwortet aber die Idee, das alte Kennzeichen wieder einzuführen. In Monschau schaffte es die Frage nach dem alten „MON” nicht einmal in den Rat: Auf interfraktioneller Basis wurde das Ansinnen schon vorher abgelehnt.

Auch das Ministerium in Düsseldorf hat sich bislang ablehnend gezeigt. NRW gehört auch im Bund zu den Kritikern der Idee. „Das Land sieht keine Veranlassung, von seiner ablehnenden Position zur Wiedereinführung von Altkennzeichen abzurücken”, heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums. Seit der Verkehrsministerkonferenz im Oktober sehen sich die Nostalgiker im Aufwind. Das Gremium hat den Bund wiederholt aufgefordert, ein einheitliches Verfahren zu prüfen.

Wer nicht will, bleibt beim Kennzeichen seines Kreises. Geht es nach einer Studie der Hochschule Heilbronn, will eine Mehrheit aber zurück zum alten Kürzel. Die Uni hat in einem wissenschaftlichen Projekt 2010 und 2011 rund 25.000 Menschen in mehr als 100 Städten befragen lassen. Dabei hätten sich 73 Prozent die abgeschafften Kennzeichen zurückgewünscht, berichtete die Hochschule.

Allein in den Städten der Resolutions-Unterzeichner geht es um mehr als eine Million Bürger. „Das ist kein absurdes Folklore-Thema, sondern eine Frage von Marken und Identifikation”, sagte der Leiter der Heilbronner Initiative, Ralf Bochert. „Das Kennzeichen ist ein starkes Symbol.” Dem Wirtschaftswissenschaftler zufolge haben bundesweit rund 160 Städte und Gemeinden Interesse, ihr altes Kennzeichen zurückzubekommen. Es gehe darum, günstig lokale Marken zu stärken.
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