Vor Ausbruch „Haftlockerung” für Schwerverbrecher

Letzte Aktualisierung:

Aachen. Vor ihrem Ausbruch haben die beiden Aachener Schwerverbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski „Haftlockerung” erhalten. Im Herbst seien sie in einen speziellen Haftbereich verlegt worden, in dem sich die Gefangenen tagsüber frei bewegen können, bestätigte das Düsseldorfer Justizministerium am Freitag einen Bericht der „Rheinischen Post”.

Michalski (46) habe vor zwei Jahren unter Verdacht gestanden, einen Ausbruch zu planen. Nach verstärkten Kontrollen habe sich dieser Verdacht nicht erhärtet.

„Die Eignung für die Verlegung in diesen speziellen Haftbereich ist nach damaligen Prüfungen festgestellt worden”, sagte Ministeriums-Sprecherin Andrea Bögge. In dem gesicherten Bereich leben 20 Gefangene, die sich tagsüber frei bewegen können. Der Kontakt ermögliche unter anderem „soziales Lernen”.

Die Entscheidung treffe nicht die Anstaltsleiterin, sondern der Abteilungsleiter. Grundlage seien unter anderem die Stellungnahmen der Fachleute aus den Bereichen, Arbeit, Soziales, Psychologie, Sicherheit und Ordnung. „Mit allen Vertretern wird diskutiert, ob die Maßnahme vertretbar ist. Da ist bei beiden die Eignung festgestellt worden”, sagte Bögge. Ein Aspekt der Prüfung sei das Risiko eines möglichen Missbrauchs der Situation.

Der 50-jährige Heckhoff war dafür bekannt, dass er Menschen für sich vereinnahmen konnte. „Angepasst war er durchaus, wenn er irgendwie Vorteile daraus schinden wollte”, hatte der ehemalige Anstaltsleiter der JVA Werl, Klaus Koepsel gesagt.

Bei ihrem Ausbruch aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen hatten Heckhoff und Michalski vorübergehend mehrere Geiseln genommen. Ein 40 Jahre alter Vollzugsbeamter wurde als Fluchthelfer verhaftet. Seit dem Ausbruch werden die Verhältnisse in der JVA kritisch beleuchtet. Michalski und Heckhoff verbüßen lebenslange Haftstrafen mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Die mutmaßlichen Fluchtpläne Michalskis aus dem Jahr 2007 hätten sich nicht bestätigt, teilte das Ministerium mit. „Für eine gewisse Zeit sind verstärkte Kontrollen angeordnet worden. Im Verlauf hat sich der Verdacht nicht weiter erhärtet”, sagte Bögge. Wenn ein Anfangsverdacht nicht erhärtet werde, könne er auch nicht mehr gegen die Betreffenden verwandt werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert