Aachen/Essen - Von Aachen bis Bielefeld schlängelt sich die Fußball Route

Von Aachen bis Bielefeld schlängelt sich die Fußball Route

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
Mathias-Stinnes-Stadion an der Fußball-Route
Das Essener Stinnes-Stadion ist einer von vielen bedeutsamen Orten entlang der Deutschen Fußball Route NRW (DFR). Von Aachen bis nach Bielefeld schlängelt sich die laut DFR deutschlandweit einzigartige Route durch das Bundesland. Foto: dpa

Aachen/Essen. Am 23. September 1956 schrieben 22 Frauen Fußballgeschichte. Im Mathias-Stinnes-Stadion in Essen traten die Spielerinnen von Westdeutschland und Westholland gegeneinander an.

Es war die erste, wenn auch inoffizielle, internationale Begegnung im Frauenfußball auf deutschem Boden. Die westdeutschen Spielerinnen siegten mit 2:1.

Trotz des historischen Ereignisses gehört das Essener Stinnes-Stadion nicht zu den Orten an der Deutschen Fußball Route NRW (DFR). Von Aachen bis nach Bielefeld führt die Tour durch alle 15 Städte mit aktuellen und ehemaligen Bundesligavereinen. Jeweils Hinweistafeln informieren darüber, welche Spuren der Fußball dort hinterlassen hat. Der Westdeutsche Fußballverband hatte die Route zur Fußball-WM 2006 ins Leben gerufen.

Zu den Informationen auf den Schildern gehören neben bedeutenden Spielen auch wichtige Persönlichkeiten und Kuriositäten. So erfahren Passanten vor einer Dortmunder Imbissstube, dass dort am 19. Dezember 1909 der aktuelle Deutsche Meister Borussia Dortmund gegründet wurde. Auch vor dem Kölner Dom findet sich eine Tafel. Dort war der Trauergottesdienst für Hennes Weisweiler, den früheren Trainer von Borussia Mönchengladbach und des 1. FC Köln.

Fans des Frauenfußballs werden auf den 165 Schildern allerdings nicht fündig. Informationen über die Teams der Männer stehen im Vordergrund. Mit fehlender Akzeptanz des Frauenfußballs habe das nichts zu tun, erklärt der Mitbegründer der Route und Fußballhistoriker Roland Leroi: „Ereignisse von internationaler Bedeutung sind im Frauen-Fußball bisher einfach kaum vorgekommen.”

Doch selbst die Pioniertat des westdeutschen Frauenteams im Stinnes-Stadion findet sich nicht auf den Hinweistafeln der Fußball Route. Aufgeschrieben wurde die Geschichte bislang lediglich in einem Fahrrad-Reiseführer, der für die DFR im vergangenen Jahr aufgelegt wurde.

In Zukunft könnte der an Popularität gewinnende Frauenfußball aber eine größere Rolle auf der Route spielen. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass auch die Stadien der derzeitigen Frauen-WM Aufnahme finden, sagt Leroi. Nur ein wenig Geduld sollten die Freunde der Frauenteams noch haben: „Das Jahr 2011 ist eben noch nicht historisch.”

Die Homepage wurde aktualisiert