Schleiden - Vogelsang: Sorgen auf der Großbaustelle

Vogelsang: Sorgen auf der Großbaustelle

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Baustelle Vogelsang: Statt Eröffnung noch Bauarbeiten, neuer Termin für die Fertigstellung ist März 2015. Auf der Fläche rechts vom Giebel im Vordergrund entsteht das neue Besucherzentrum, im Gebäude vor dem Aussichtsturm die Nationalparkausstellung. Foto: Roman Hövel/Vogelsang ip

Schleiden. Wenn es um Vogelsang geht, ist Manfred Poth normalerweise schnellstens Feuer und Flamme, voller Euphorie, Vogelsang ist eines seiner Lieblingsprojekte.

Mit der ehemaligen NS-Ordensburg im Nationalpark Eifel verbindet Poth große Hoffnungen, touristische, wirtschaftliche, gesellschaftliche, aber auch fürs Renommee des Kreises Euskirchen ist der Standort wichtig. Gedenkstätten von der Bedeutung Vogelsangs gibt‘s nicht so furchtbar viele in Deutschland. Wenn man in diesen Tagen mit Poth über Vogelsang spricht, sind Feuer und Flamme erloschen, vorübergehend jedenfalls, er sagt: „Wir müssen optimistisch sein.“ Mit anderen Worten: Poth macht sich Sorgen.

Die Sache mit der Decke

Poth ist der allgemeine Vertreter des Euskirchener Landrates und Aufsichtsratsvorsitzender der GmbH, die Vogelsang betreibt. Poth hatte sich wie alle anderen Verantwortlichen schon darauf gefreut, in diesem Frühjahr endlich das neue Vogelsang eröffnen zu können, wie alle anderen hatte auch er gehofft, die Bauarbeiten würden endlich abgeschlossen sein. Doch dann, im vergangenen Herbst, war da die Sache mit der Decke. Die alte Decke unter dem neuen Restaurant genügte den statischen Anforderungen nicht, sie musste also verstärkt werden. Die Decke war so etwas wie der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt; in der Summe waren es plötzlich zu viele Kleinigkeiten, die eine Eröffnung im Frühjahr 2014 unrealistisch werden ließen. Die Verantwortlichen berieten, was zu tun sei, und einigten sich auf einen neuen Eröffnungstermin: Frühjahr 2015.

Die Verschiebung der Eröffnung sollte die letzte gewesen sein, anderenfalls wird es schlimm für Vogelsang, und genau das ist es, was Poth Sorgen bereitet. Für die Bauarbeiten nimmt die Vogelsang GmbH Fördermittel in Höhe von 42 Millionen Euro in Anspruch, und diese Fördermittel müssen bis zum 30. Juni 2015 mit der Bezirksregierung Köln abgerechnet sein. Und weil die Aufstellung der Abrechnung immer einige Wochen in Anspruch nimmt, hätte Poth am liebsten, dass die Bauarbeiten bis Ende März 2015 zu Ende sind. Was bis dahin nicht gebaut und fertiggestellt ist, sagt Poth, kann auch nicht abgerechnet werden. Was bis dahin nicht gebaut ist, muss dann von den Gesellschaftern der Vogelsang GmbH bezahlt werden. Poth sagt: „Das wäre eine Katastrophe.“

Wer in diesen Tagen über die Baustelle auf Vogelsang geht, muss entweder Bauexperte oder Optimist sein, um sich vorstellen zu könne, dass Ende März 2015, also in elf Monaten, alles fertig ist. Vogelsang-Geschäftsführer Albert Moritz ist beides, Bauexperte und Optimist, er sagt: „Machen Sie sich keine Sorgen“, auch wenn ihm klar ist, dass es eng wird.

Bis zu 400.000 Besucher

Eine gute Nachricht sei, sagt Moritz, dass die Bauarbeiten wenn nicht im Zeit-, so dann immerhin doch im Kostenrahmen geblieben seien. Er selbst gibt zu, dass das eigentlich nur die halbe Wahrheit ist, denn nicht alles, was für die eingeplanten 42 Millionen Euro gebaut werden sollte, wird auch gebaut. Allerdings sieht es im Moment danach aus, dass eben auch nicht mehr als diese 42 Millionen Euro ausgegeben werden müssen. Aus der provisorischen Unterbringung der Verwaltung wird wahrscheinlich eine dauerhafte, denn die Sanierung eines weiteren Gebäudes, wie ursprünglich geplant, ist nicht mehr zu realisieren. Ein weiteres Projekt, das im Moment gefährdet ist, könnte der geplante Aufzug sein, der an der Außenseite des Aussichtsturms angebracht werden sollte.

Dies alles sind jedoch Probleme, die schnell vergessen sein werden, zumindest dann, wenn im Frühjahr 2015 eröffnet werden kann. Denn die Ausstellungen, das Besucherzentrum, die neue Gastronomie, glaubt Moritz, werden Vogelsang einen Schub geben. Statt der maximal 200.000 Besucher, die bislang jährlich kamen, sollen es 300.000 bis 400.000 werden. Einer der Gründe, wegen der Manfred Poth eigentlich doch so gern über Vogelsang spricht.

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