„Vögel verstümmelt“: Peta zeigt Zoos in ganz Deutschland an

Von: cap
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Flamingo Symbol Symbolbild: Colourbox
Der Vorwurf bezieht sich auch auf die Haltung von Wasservögeln, zu denen Flamingos gehören. Symbolbild: Colourbox

Köln/Krefeld. Die Tierrechtsorganisation Peta hat gegen 20 deutsche Zoos und Tierparks Strafanzeige wegen angeblicher Tierquälerei gestellt, unter anderem gegen Einrichtungen in Köln, Krefeld, Duisburg und Dortmund. Peta wirft den Zoos vor, Vögel in Freigehegen durch chirurgische Eingriffe und regelmäßiges Beschneiden der Federn flugunfähig zu machen.

Der Vorwurf lautet „Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“. Peta fordert deshalb nicht nur das Ende der „systematischen Verstümmelung“ von Vögeln in zoologischen Einrichtungen, sondern auch Haltung dieser Tiere in Gefangenschaft grundsätzlich zu beenden.

Auf ihrer Internetseite schreibt die Tierschutzorganisation, dass das Flugunfähigmachen einiger Vogelarten in Zoos bislang gängige Praxis sei. Es solle das Halten auf Freianlagen ermöglichen und die Vögel am Wegfliegen hindern. Beim sogenannten Flügelstutzen kürze man regelmäßig die Schwungfedern. Da die Federn allerdings wieder nachwuchsen, beudeute die Behandlung wiederkehrenden Stress für die Tiere.

Andere Methoden, wie das chirurgische Entfernen des Federfollikels oder das Zerstören des Wachstumsortes der Federn durch eine Laserbehandlung, sollen laut Peta das Nachwachsen der Schwungfedern verhindern. Auch Teilamputation am Flügelknochen, das sogenannte „Kupieren“, werde teilweise vorgenommen.

In deutschen Zoos und Tierparks sollen nach Angaben der Tierrechtsorganisation rund 10.000 flugunfähig gemachte Vögel gehalten werden. „Obwohl das Verstümmeln von Vögeln in Zoos gegen das Tierschutzgesetz verstößt, drücken die meisten Behörden und Bundesländer beide Augen zu“, sagte Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta. Eine Alternative wäre laut der Tierrechtsorganisation das Überzäunen von vorhandenen Freianlagen. Diese Kosten und Mühen der baulichen Veränderungen würden die meisten Zoos allerdings scheuen.

Peta beklagt weiter, dass Flamingos und Pelikane sich so nicht artgerecht fortbewegen könnten. Strafanzeigen wurden unter anderem auch gegen den Tierpark Hagenbeck in Hamburg sowie die Zoos in Dresden, Frankfurt und Leipzig gestellt.

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