Aachen - Vier „Sternsinger-Reporter“ aus Aachen

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Vier „Sternsinger-Reporter“ aus Aachen

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
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Im Studio des Kindermissionswerkes in Aachen entsteht der Film, den die vier „Sternsinger-Reporter“ gedreht haben: (v. links) Lilli Bornefeld, Muriel Kreutzer, Online-Redakteur Dominic Winkel, sein Kollege Andreas Gloge sowie Florian Hellerhoff und Amelie Schneider. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Mit dem Sternsingen kennen sie sich bestens aus – schließlich waren sie alle schon in Kostüm und Krone unterwegs, um für die ärmsten Kinder der Welt im Auftrag des Kindermissionswerkes Aachen zu sammeln und den Menschen mit Kreide als Segenswunsch „C+M+B“ („Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“) samt Jahreszahl an die Türen zu schreiben.

Diesmal hatten Lilli Bornefeld (12), Florian Hellerhoff (11), Muriel Kreutzer (11) und Amelie Schneider (12) eine neue Mission.

Die Vier – sie gehen übrigens in die Aachener Viktoriaschule – hatten sich als „Sternsinger-Reporter“ beworben und wurden angenommen. „Wir dachten, das wäre ganz interessant, und dann wurde es richtig spannend“, erzählt Lilli. „Als wir tatsächlich losfuhren, waren wir supernervös.“ Zuvor galt es, einen kleinen Test zu bestehen: „Kinder, die zu schüchtern sind, können keine Sternsinger-Reporter sein“, betont Andreas Gloge, Redakteur beim Kindermissionswerk. Aber sie waren kein bisschen schüchtern.

So packten sie Mikro, Aufnahmegerät, Kamera, Notizblock und Fotoapparat ein. Dann ging es zum Bahnhof Richtung Hamburg. „Unsere Eltern wollten uns durch den Zug schicken, damit wir das Interviewen vorher üben“, erzählt Amelie und alle lachen. „Das ging überhaupt nicht, der Zug war viel zu voll!“

Der Plan: Nicht nur die Premiere des Sternsingerfilms 2018 erleben, den man mit TV-Moderator Willi Weitzel („Willi wills wissen“) zum Thema „Kinderarbeit in Indien“ gedreht hatte, sondern vor Ort Kinder und Erwachsene befragen, Atmosphäre schnuppern – und natürlich den Star interviewen, Willi Weitzel höchstpersönlich. „Als wir ihn dann sahen, konnten wir es kaum glauben“, sagt Muriel, der es zusammen mit den anderen im Cinemaxx-Kino Hamburg am Dammtor etwas mulmig wurde.

Ausgestattet mit leuchtend gelben Sternsinger-T-Shirts und großen Ausweisen mit der Aufschrift „Sternsinger-Reporter“ waren sie bereit für ihren Job. Rund 300 Kinder im Kinosaal, die vier Sternsinger-Reporter ganz vorn. Und dann mussten sie aufstehen, weil Willi sie den Kindern vorstellte und ankündigte, dass sie später etwas herumfragen würden. Das war gut so – an Interviewpartnern bestand nie Mangel. Herzklopfen pur bei den jungen Reportern.

Ziel war es, lebendige Aufnahmen mitzubringen, die später im Studio des Kindermissionswerkes zusammen mit Online-Redakteur Dominic Winkel zu einem Youtube-Filmchen zusammengeschnitten werden – und das geschieht in diesen Tagen. „Gutes Material, das wird ein prima Beitrag“, lobt der Profi, der betont: „Die Kinder bestimmen weitestgehend selbst, was für Ausschnitte wir nehmen. Uns ist der Blick der Kinder wichtig.“

Mehr als zwei Stunden Filmmaterial werden auf etwa 20 Minuten verdichtet, die sich ab Freitag jeder im Internet anschauen kann, übrigens unterlegt mit etwas „Dudelmusik“, wie die Kinder amüsiert erzählen. Aber: Wenn man nicht bezahlen will, bedient man sich in einer „Datenbank für freie Musik“. Für Schnappschüsse, die im Informationsmaterial der Sternsinger erscheinen, sorgte Florian. Und Willi? „Der war genauso wie im Fernsehen, locker, offen, nett“, erzählt Florian. Als Willi die Kamera sah, lachte er: „Filmt ihr mich jetzt tatsächlich?“ Und ob.

Fotografische Herausforderung war die Luftballon-Aktion, bei der gute Wünsche für die Kinder in Indien in die Weite geschickt wurden. Und immer wieder wurde den vier jungen Reportern klar: „Das war ja alles sehr lustig, aber eigentlich eine traurige Sache“, formuliert es Amelie. Die anderen nicken. Indische Kinder müssen Kuhfladen kneten, die dann als Brennmaterial dienen? Igitt, das finden sie schlimm.

Im Film erfahren sie, wie unglaublich arm viele Familien in Indien sind, wie teuer es ist, zur Schule zu gehen, und dass es den Mädchen ganz besonders schlecht geht. Beim Kindermissionswerk ist man begeistert von den Sternsinger-Reportern. „Kinder sind viel weniger verkopft, viel spontaner als Erwachsene“, sagt Gloge. „Sie wissen, dass das eine ernste Sache ist, aber sie genießen zugleich den Spaß an der Aktion.“ Die Vier werden sich wieder bewerben – natürlich als Reporter. Willi macht ja schließlich auch weiter. Der nächste Reportereinsatz ist übrigens im Mai 2018 beim 101. Deutschen Katholikentag in Münster.

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