Viele Fragen und viel Herz im Hörsaal

Von: CHRISTINA DIELS
Letzte Aktualisierung:
7683156.jpg
Junge Zuhörer mit vielen Fragen auf den blauen Klappstühlen im Hörsaal Audimax: Geduldig und verständlich hat Professor Rolf Mertens gestern in der Kinderuni die Fragen der Teilnehmer zum Thema Blut und Herzkreislauf beantwortet. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Woher kommt das Blut, wenn man sich verletzt? Und wie heilt eine Wunde? So lauten zwei der Fragen, die sich Carlotta (10) und Johanna (11) aus Aachen vor der Kinderuni „Blut ist ein besonderer Saft“ stellen. Ihre Fragen und viele mehr hat Professor Rolf Mertens (65) am Freitag im größten Hörsaal der Aachener Uni, dem Audimax, beantwortet.

Kindgerecht aufbereitet und kurz gefasst hat der Kinderarzt vom Uniklinikum Aachen seinen Vortrag für die Veranstaltung der RWTH Aachen und unserer Zeitung, die von der Stawag unterstützt wird.

Warum Blut rot ist

„Warum ist das Blut rot?“, fragt Mertens rund 600 Kinder im Saal. Diese Frage hat sich Fünftklässlerin Carlotta noch nie gestellt. „Aber jetzt frage ich mich das schon“, sagt sie. Mertens antwortet ganz langsam und deutlich: „Weil das Blut neben weißen Blutkörperchen und Blutplättchen aus roten Blutkörperchen besteht. Und die enthalten Eisen. Dieses Eisen färbt das Blut rot.“

Dann sticht er sich in den Finger und füllt das Blut, das heraustropft, in ein Röhrchen. „Hier sind fünf Millionen rote Blutkörperchen“, sagt er. Wie viel ist das? „Eine fünf mit sechs Nullen“, sagt Carlotta. Vorstellen können sich die Kinder die Menge nicht. Das findet Mertens auch nicht wichtig. Wichtig ist ihm, dass die Kinder wissen: „Das ist verdammt viel.“

„Die roten Blutkörperchen bringen Sauerstoff aus der Luft in alle Zellen des Körpers und schaffen Kohlenstoff wieder hinaus“, sagt Mertens dann. Und damit Carlotta, Johanna und die anderen Kinder sich das besser merken können, zeigt er ein Männlein, das einen Rucksack mit Sauerstoff trägt. „Das sind fröhliche Wichtelmänner, die ordentlich rennen müssen“, sagt Mertens. Er hat Spaß am Vortrag und an seinen jungen Zuhörern. Und die danken es ihm mit Aufmerksamkeit.

Der Professor nimmt sich Zeit für die Fragen der Kinder: Kann ein Blutkörperchen sterben? Wie viel rote Blutkörperchen sind in einer Ader? Wie groß ist ein Herz? Ein Bild, das Kinder verstehen, bringt Mertens auch für die weißen Blutkörperchen: die Körperpolizei. „Sie ist in der Lage, alle bösen Erreger aufzuessen.“ Wie eine Wunde heilt, verrät der Professor auch: „Die Blutplättchen verschließen kleine Wunden.“ Und das Herz pumpt dafür das Blut in alle Regionen des Körpers. Zu den Organen, in den Kopf, zum Knie und bis in die Zehenspitzen.

Auch dass das Blut im Knochenmark gebildet wird, lernen die Kinder. Bei einem gesunden Menschen zumindest. „Manche Menschen können schlecht Blut bilden“, spricht der Professor eine Krankheit an, mit der er sich als Kinderarzt beschäftigt. „Deshalb ist es wichtig, dass eure Eltern zur Blutspende gehen.“ Mehr möchte er über Krankheiten nicht sprechen. Er möchte nur, dass die Kinder mitnehmen, dass das Blut sehr viel zu tun hat – ob als Körperpolizei, Wundenheiler oder Nährstoffbringer.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert