Verwalten allein ist dieser Frau zu wenig

Von: Claudia Schweda
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„Es ist meine Aufgabe, Spielräume bei der Landesregierung einzufordern: Gisela Walsken. Foto: Krömer

Aachen. Die Kölner Regierungspräsidentin ist seit drei Monaten im Amt. Seitdem ist Gisela Walsken 18.000 Kilometer durch ihren Bezirk gefahren. Alleine das zeigt, was einer ihrer Grundsätze ist: Sie geht auf die Menschen zu, öffnet ihre Behörde.

Spätestens alle zwei Monate will sie den Regierungssitz Richtung Aachen verlassen. Am Freitag war die 52-Jährige, die mit Mann und Sohn in Duisburg lebt, in unserer Redaktion zu Gast.

Fast überall, schwärmt Walsken, sei sie freundlich aufgenommen worden. Gerechnet hat sie damit nicht unbedingt. „Schließlich ist die politische Struktur im Regierungsbezirk deutlich anders als mein Parteibuch.” Seit 1974 ist sie SPD-Mitglied. Die vergangenen 20 Jahre saß sie im Landtag. Schwerpunkt: Haushalts- und Finanzpolitik. Diese Erfahrung kann Walsken in ihrem neuen Amt als oberste Chefin der Kommunalaufsicht mit 1800 Mitarbeitern nur nutzen: „Ich erkenne im abgegebenen Haushalt, ob eine Kommune ernsthaft sparen will”, sagt sie.

Für diese Kommunen kämpft sie um Spielräume. Spielräume, mit denen die Städte und Gemeinden die Schuldentilgung strecken und Projekte angehen können, die in der Zukunft einen Effekt haben werden. Ein Beispiel: „Wenn ich in einem problematischen Bezirk die U3-Betreuung ausbaue, dann kann das einige Jahre später viel Geld in der Vollzeitpflege sparen.”

„Wir können jede Menge bewegen”, sagt eine Frau, die nicht darauf wartet, dass man ihr Spielräume lässt: „Es ist meine Aufgabe, sie bei der Landesregierung an bestimmten Punkten einzufordern.” 20 Jahre im Landtag haben Spuren hinterlassen: Verwalten allein ist Gisela Walsken zu wenig. Ein bisschen gestalten muss schon sein.

Drei Standbeine müsse die künftige kommunale Finanzausstattung haben: eine Altschuldenhilfe, Entlastung durch Bund und Land von den hohen Sozialleistungen und mittelfristig eine neue Einnahmequelle etwa über eine Börsenumsatzsteuer. Im Bildungsbereich wirbt sie für eine regionale Schulentwicklung. „Düren und Heinsberg sind da gut unterwegs.” Man könne nicht mehr überall alles vorhalten. Der Streit, der dabei entsteht, „den müssen wir führen.” Dass Gisela Walsken ihn nicht scheut, glaubt man ihr gern.
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