Verviers: Marodes Gefängnis muss schließen

Von: fel
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Völlig marode: Das Gefängnis von Verviers ist so baufällig, dass es geschlossen werden muss. Foto: dpa/belga

Verviers. Das völlig marode Gefängnis von Verviers muss geschlossen werden - und zwar sofort. Nun wird in Belgien darüber gerätselt, wohin man denn nun die Gefangenen verlegen könnte. Andere Haftanstalten im Nachbarland stehen in keinem wesentlich besseren Ruf.

In der Vergangenheit hatte der Bürgermeister von Verviers, Claude Desama, bereits mehrfach auf den katastrophalen Zustand des uralten Gebäudeensembles hingewiesen - und gefordert, die Haftanstalt notfalls zu schließen.

Immer wieder waren die Haftbedingungen dort auch Thema in den belgischen Medien - nicht zuletzt im Sommer 2008, als es zu einer Tage dauernden Gefangenenrevolte in den alten Mauern kam, die, so wurde damals erzählt, vor allem mit den Haftbedingungen zu tun habe.

Nachdem das Gebäude im vergangenen Winter durch undichte Dächer, feuchte Mauern und immense Frostschäden erneut in die Schlagzeilen geriet, hatte das belgische Justizministerium im Frühjahr ein Sanierungsprogramm aufgelegt.

Nach einer neuerlichen Begutachtung des Gebäudes haben Bauexperten nun aber gravierende weitere Schäden gefunden. Es wird sich noch gestritten, ob diese schon älter sind oder erst während der Bauarbeiten entstanden sind. Fest steht, dass zumindest die Grundmauern des Zentraltraktes nicht mehr fest stehen. Im Untergrund haben sich Löcher unter den Fundamenten aufgetan, die Statik ist schwer beeinträchtigt.

Von den 180 Gefangenen sollen 130 das Gefängnis so schnell wie möglich, spätestens aber bis Mitte Oktober verlassen. Die verbleibenden 50 Gefangenen sollen im letzten noch intakten Teil des Gebäudes untergebracht werden.
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