Verteidiger fordert befristete Strafe für Reker-Attentäter

Von: dpa/lnw
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Verteidiger fordert befristete Strafe für Reker-Attentäter
Der Angeklagte Frank S. zeigt am 22.06.2016 in einem Verhandlungssaal des Oberlandesgerichts in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) Kopien, die die beiden Messer, die er beim Attentat bei sich trug, zeigen. Seiner Meinung nach gefälschte Beweise. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Verteidiger fordert befristete Strafe für Reker-Attentäter
Der Angeklagte Frank S. (r) spricht am 22.06.2016 in einem Verhandlungssaal des Oberlandesgerichts in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) mit seinem Anwalt Jasper Marten. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Verteidiger fordert befristete Strafe für Reker-Attentäter
Die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, spricht am 29.04.2016 vor einem Verhandlungssaal des Oberlandesgerichts in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) mit Journalisten. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Verteidiger fordert befristete Strafe für Reker-Attentäter
Der Angeklagte Frank S. (M) kommt am 22.06.2016 in einen Verhandlungssaal des Oberlandesgerichts in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Im Prozess um das Attentat auf die heutige Kölner Oberbürgermeisterin Reker hat die Verteidigung das Wort, der Angeklagte außerdem das sogenannte Recht des letzten Wortes. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Düsseldorf. Im Prozess um das Attentat auf die heutige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat der Verteidiger eine befristete Freiheitsstrafe gefordert. „Man muss seine schwere psychische Erkrankung strafmildernd berücksichtigen”, sagte Rechtsanwalt Jasper Marten am Mittwoch am Düsseldorfer Oberlandesgericht über seinen Mandanten.

Was aus der Kindheit des Angeklagten bekannt sei, lasse einen schaudern. Deshalb hat der Verteidiger eine Strafe von maximal 15 Jahren Haft beantragt.

Auch wenn er noch nie derart von einem Mandanten beleidigt und zurückgewiesen worden sei, werde er dessen Wunsch berücksichtigen und zur Beweisaufnahme keine Stellung nehmen. Im Ergebnis, nicht im Strafmaß, stimme er aber mit der Bundesanwaltschaft überein, sagte der Anwalt in seinem Plädoyer. Die Bundesanwaltschaft hatte die Tat als versuchten Mord gewertet und lebenslange Haft beantragt.

Der Angeklagte bezeichnete die Äußerungen seines Anwalts als „unglaublich” und bestritt erneut eine Tötungsabsicht: „Die Beweisaufnahme ist auf stümperhaft manipulierten Akten und Asservaten aufgebaut”, sagte der 44-Jährige. Er sei bei bester Gesundheit und klarem Verstand: „Die Gutachten wurden einfach gefälscht.” Der psychiatrische Gutachter Prof. Norbert Leygraf hatte Frank S. eine paranoid-narzisstische Persönlichkeitsstörung attestiert. Er sei dennoch voll schuldfähig.

Der Angeklagte verglich sich mit dem Attentäter der ermordeten britischen Labour-Abgeordneten Jo Cox: „Dieser Mann wollte töten. Jeder, der einmal zusticht, hat keine Tötungsabsicht. Ich wollte Reker nur verletzen.”

Der früher zur rechten Szene gehörende Angeklagte hatte Reker einen Tag vor ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin ein großes Jagdmesser in den Hals gerammt und sie lebensgefährlich verletzt. Als Motiv hatte er Rekers Flüchtlingspolitik genannt. Das Gericht will das Urteil am 1. Juli verkünden.

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