Versicherungskonzern um Millionen betrogen: Haftstrafe

Von: dpa
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Bonn. Jahrelang hat ein 63-jähriger Bonner Versicherungsmakler unbemerkt Lebensversicherungen erfunden und bei einem großen deutschen Versicherungskonzern über drei Millionen Euro Provisionen kassiert.

Jetzt muss der Geschäftsführer einer Berliner Versicherungsagentur mit Sitz in Bonn in den Knast. Am Donnerstag wurde er vom Bonner Landgericht wegen Betrugs in 401 Fällen zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Von 2003 bis 2007 hatte der Versicherungsmakler 400 Lebens- und Rentenversicherungen mit Hilfe von Fälschungen beantragt. Im Schnitt ergaunerte er pro verkauften Antrag eine Provision von rund 7000 Euro (die höchste Provision lag bei 14.000 Euro.)

Der rein wirtschaftliche Schaden beträgt „nur” 1, 8 Millionen Euro: Denn der Angeklagte musste - damit der Betrug nicht zu früh aufkippte - die fiktiven Versicherungen bis Ablauf der Provisionshaftungszeit bedienen - und regelmäßig Prämien zahlen.

Laut Urteil sei für den erfolgsverwöhnten Angeklagten der Druck der Branche sehr groß gewesen, möglichst viele Abschlüsse einzufahren: das System, das er jedoch entwickelt habe, sei am Ende zum Scheitern verurteilt gewesen, so die Bonner Richter. Allerdings habe es bei dem Kölner Versicherungskonzern auch keinerlei Sicherungssysteme gegeben. Erst durch einen Zufall kippte der Betrug auf.

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