Versicherung zahlt 61,5 Millionen für Kölner Stadtarchiv

Von: dpa
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Stadtarchivmaterial Köln
Schon mit fünf Euro kann man zum Erhalt von historischen Dokumenten des Kölner Stadtarchivs beitragen. Foto: ddp

Köln. Der Gesamtschaden des vor gut neun Monaten einstürzten Kölner Stadtarchivs beträgt nach einer neuen Schätzung rund 500 Millionen Euro. Das teilte die Stadt Köln am Freitag mit. Jetzt zahlt eine Versicherung 61,5 Millionen Euro.

Das Archiv war bei der Provinzial Rheinland für maximal 60 Millionen Euro versichert, dazu kommen 1,5 Millionen an Zinsansprüchen. Das Geld werde noch in diesem Jahr an die Stadt Köln überwiesen, teilte die Provinzial Rheinland am Freitag mit. Das Kölner Stadtarchiv war allein über dieses Unternehmen versichert.

Zu dem Gesamtschaden von einer halben Milliarde Euro kommt noch der Schaden für die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), in deren Verantwortung der U-Bahn-Bau fällt, der das Unglück vermutlich ausgelöst hat. Bei dem Einsturz am 3. März waren zwei junge Männer ums Leben gekommen.

Das Kölner Stadtarchiv galt als das größte Kommunalarchiv Deutschlands. Ungefähr fünf bis zehn Prozent der Bestände liegen noch immer in dem Einbruchtrichter an der Unglücksstelle. Sie befinden sich 20 Meter unter Straßenniveau im Grundwasser. Man kann dieses Material nicht einfach aus dem Trichter herausbaggern. „Denn dann würden die Kiesböschungen nachrutschen - genauso wie wenn man am Strand ein Loch buddelt”, erläuterte Einsatzleiter Peter Hartl der dpa.

Deshalb wird in den kommenden Wochen ein viereckiger Kasten aus Betonwänden in den Trichter gebaut. Diese 16 mal 22 Meter große Schutzvorrichtung soll ein Abrutschen der Böschungen verhindern. Unten ist der Kasten offen, so dass das Archivmaterial aus dem Wasser geholt werden kann. Gleichzeitig will sich die Staatsanwaltschaft so ein genaueres Bild von der Unglücksstelle verschaffen. Vermutet wird, dass eine kaputte sogenannte Schlitzwand in der U-Bahn-Baustelle zum Wegsacken des Erdreichs geführt hat. „Nach dem jetzt vorgelegten Zeitplan könnten die restlichen Archivalien im Frühjahr 2010 aus dem Grundwasser geborgen werden”, teilte die Stadt mit.

Von den bisher geborgenen Archivalien - etwa 85 Prozent des Gesamtbestands - weisen 35 Prozent schwerste Schäden auf, 40 bis 50 Prozent mittlere Schäden und 15 bis 25 Prozent leichte Schäden. Die Dokumente sind zurzeit auf 19 Archive in ganz Deutschland verteilt.

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