Verschleppung der Juden vor 70 Jahren erforscht

Von: dpa
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Eine Gedenktafel erinnert am Mittwoch in Düsseldorf an die Deportation von Juden. In einer Gedenkveranstaltung des Landes NRW wird an den 70. Jahrestag des Beginns der Deportationen jüdischer Bürger im Herbst 1941 gedacht. Foto: dpa

Düsseldorf. Vor 70 Jahren begann die Deportation der Juden aus dem Rheinland - sie ist nun umfassend erforscht worden. Es sei in 10-jährigen Recherchen gelungen, sämtliche Schicksale der ersten 1003 aus Düsseldorf deportierten Juden aufzuklären, sagte der Leiter der NS-Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf, der Historiker Bastian Fleermann, am Mittwoch.

„Das ist einzigartig. Die Forscher sind dafür bis nach Jerusalem und Washington gereist.”

Die 1200 Seiten starke Studie verfolgt den Leidensweg jedes einzelnen Deportierten ins Ghetto Litzmannstadt im heutigen Lodz. Von den 1003 Verschleppten hätten nur 13 das Kriegsende erlebt. Der Landtag gedachte am Mittwoch mit einer zentralen Gedenkveranstaltung des 70. Jahrestages des Beginns der Deportationen im Oktober 1941 aus dem heutigen Nordrhein-Westfalen.

Am 22. und am 30. Oktober wurden über Köln, am 27. Oktober über Düsseldorf insgesamt 3014 Menschen aus dem Rheinland in das Ghetto Litzmannstadt verschleppt. Die Deportationen bildeten den Auftakt für weitere Transporte.

In Düsseldorf wurden die jüdischen Mitbürger frühmorgens von der Gestapo aus dem Schlaf gerissen und mit dem gelben Juden-Stern an der Kleidung durch die Straßen zum Schlachthof getrieben. Auf dem angrenzenden Güterbahnhof wurden sie in Waggons gepfercht, bevor sie nach Osten abtransportiert wurden.

Die Ergebnisse der Studie werden in der Ausstellung „Deportiert ins Ghetto” gezeigt, die noch bis zum 26. November im Landtag zu sehen ist.

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