Verschiedene Kulturen, gemeinsame Leidenschaft

Von: Annika Reisch
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NiklasAlimou
Niklas (r.) ist Pate des jungen Guineers Alimou. Er hofft auf mehr junge Menschen, die sich auf das Abenteuer einer Flüchtlingspatenschaft einlassen. Foto: Germain Hadasch

Aachen. Alimou ist vor eineinhalb Jahren von Guinea nach Deutschland geflohen. Im September 2016 hat der 18-Jährige seinen zwei Jahre älteren Paten Niklas kennengelernt. Mittlerweile treffen sich beide regelmäßig – nicht zuletzt dank des gemeinsamen Hobbys Fußball ist eine enge Freundschaft entstanden.

Alimou und Niklas haben sich durch die „Bürgerstiftung Lebensraum Aachen“, die Patenschaften für Flüchtlinge stiftet und unterstützt, kennengelernt. Niklas wollte vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise in Deutschland ein Zeichen setzen und einem Flüchtling das Ankommen in Aachen erleichtern. „Ich selbst hatte das Glück, ohne größere Sorgen und in einem sicheren  Umfeld in Aachen aufwachsen zu können. Deswegen möchte ich jetzt jemandem, der dieses Glück nicht hatte, helfen, sich in Aachen zurecht zu finden“, sagt der 20-jährige Student.

Vor dem ersten Treffen waren beide aufgeregt, und Niklas gibt zu, dass er nicht ohne Erwartungen an die Patenschaft herangegangen sei. So habe er etwa gehofft, dass Alimou ähnliche Interessen hat – was sich schnell bestätigte. Die beiden teilen die Leidenschaft für Fußball, haben inzwischen schon oft Spiele  gemeinsam im Fernsehen verfolgt. Auch ein Spiel auf dem Aachener Tivoli haben sie gemeinsam besucht.

Allerdings ist Alimou nicht nur froh über die gemeinsame Freizeit, sondern auch dankbar, dass Niklas ihn etwa im Fach Mathematik unterstützt. „Ich kann ihn immer um Hilfe bitten“, sagt der junge Guineer, der momentan in Aachen zur Schule geht. Für seine Zukunft hat Alimou bereits eine konkrete Vorstellung: Nach seinem Schulabschluss möchte er eine Ausbildung zum Straßenbauer machen.

Niklas würde sich wünschen,  dass sich noch mehr junge Menschen für eine Patenschaft entscheiden. „Wenn man im gleichen Alter wie der Geflüchtete ist, ist man sich näher, hat ähnliche Interessen und kann sich auch besser in den Anderen hineinversetzen“, sagt Niklas.

Sowohl für Alimou als auch für Niklas ist die Patenschaft eine Bereicherung, denn sie freuen sich gemeinsam über die Fortschritte, die Alimou macht. „Es sind die kleinen Momente, die es schön machen“, sagt Niklas – und freut sich auf die weitere Zeit mit Alimou.

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