Aachen - Verkeimtes Wasser aus öffentlichen Wasserhähnen auch in Aachen

Verkeimtes Wasser aus öffentlichen Wasserhähnen auch in Aachen

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
Wasser, das eigentlich trinkba
Wasser, das eigentlich trinkbar sein sollte: Doch auch in Aachen gibt es durch Keime belastetes Leitungswasser. Foto: imago/R. Müller

Aachen. Die Qualität des Leitungswassers in öffentlichen Gebäuden ist teilweise mangelhaft, auch in Aachen. Bei einem bundesweiten Trinkwassertest in zehn deutschen Städten von TÜV Rheinland und der ARD-Sendung „Plusminus” war die Hälfte der insgesamt 50 Leitungswasserproben stark verkeimt.

In manchen Fällen sei der Keim-Grenzwert um ein Achtfaches überschritten worden, erklärte der TÜV Rheinland am Dienstag.

In Aachen wurden nach Recherchen unserer Zeitung vier von fünf Proben beanstandet, was eine TÜV-Sprecherin am Dienstag bestätigte. Welche Gebäude betroffen waren, wolle der TÜV jedoch nicht mitteilen, „weil niemand an den Pranger gestellt werden soll”. Nach Informationen unserer Zeitung ist aber mit Sicherheit eine Probe aus dem Toilettentrakt des Aachener Hauptbahnhofes beanstandet worden, ebenso aus den Bahnhöfen Köln und Düsseldorf.

Gründe für die starke Verkeimung könnten laut TÜV kaputte Leitungen oder Rückverkeimung durch stehendes oder nur langsam fließendes Wasser sein. Auch mangelnde Hygiene wie schlecht gereinigte Wasserhähne könne zu bakterieller Belastung führen.

Die Stawag misst und prüft

Die Stadtwerke Aachen (Stawag), die bis zum Hausanschluss für die Qualität des Wassers innerhalb Aachens verantwortlich sind, haben nach Darstellung ihrer Sprecherin Cornelia Bürgerhausen nichts mit den beanstandeten Verkeimungen zu tun. Die Stawag prüfe die Qualität ihres Wasser vier Mal in der Woche, Auffälligkeiten habe es nicht gegeben. Allerdings sei die Stawag dazu verpflichtet, auch regelmäßig Proben in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen oder Ämtern zu nehmen; dort komme es vor, dass verkeimtes Wasser gefunden werde.

In der Regel habe dies damit zu tun, dass Wasserleitungen überdimensioniert oder einfach zu wenig benutzt sind, sagte Bürgerhausen. In solchen Leitungen gebe es „ein ideales Klima für Keime”.

Einige Proben des TÜV wiesen coliforme Bakterien auf, die Durchfall und Erbrechen verursachen können. Legionellen wurden bei den 50 Proben vier Mal gefunden. Sie können zu lebensgefährlichen Lungenerkrankungen führen. Auf Krankenhauskeime, die zu entzündlichen Reaktionen im Körper führen, stießen die Tester zwei Mal. „Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem können diese Belastungen eine Gesundheitsgefährdung darstellen”, sagte Walter Dormagen, Mikrobiologe beim TÜV Rheinland. Besonders bei Legionellen bestehe akuter Handlungsbedarf. Für gesunde Menschen bestehe keine größere Gefahr, teilte der TÜV weiter mit.

Zur Verbesserung der Hygiene raten Experten, das Wasser kurz laufen zu lassen, bevor man es zum Trinken entnimmt. Auch sollte regelmäßig Wasser aus allen Hähnen fließen, um einen Stillstand in den Leitungen zu verhindern. Die Vorlauftemperatur von Warmwasser sollte auf mindestens 50 Grad eingestellt werden, um das Bakterienwachstum zu hemmen.

Auf Anfrage unserer Zeitung gab die Deutsche Bahn am Dienstag bekannt, dass die Wasserleitungen am Aachener Hauptbahnhof umgehend gespült würden, ebenso an den Bahnhöfen Köln und Düsseldorf. „Nach dieser Spülung wird sehr zeitnah erneut eine Wasserprobe entnommen und getestet”, sagte ein Bahnsprecher.
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