Verkehrsbeeinflussung defekt: Freie Fahrt auf der A4

Von: Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
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Aachen. Autofahrer auf der A 4 sehen beim Blick nach oben derzeit im wahrsten Sinne des Wortes „schwarz”: Die digitalen Schilderbrücken im Streckenabschnitt zwischen Köln und Aachen sind ausgeschaltet und zeigen weder Warnhinweise noch Tempobeschränkungen an.

Auf dem zweispurigen Autobahnabschnitt zwischen Kerpen und Düren wurde zudem ein Überholverbot für Lkw angeordnet. Hintergrund ist eine Störung im Zentralrechner, der für die gesamte Anlage zuständig ist. „Es gibt einen Fehler auf der Festplatte, der behoben werden muss”, sagt Freia Johannsen, Pressesprecherin der Bezirksregierung Köln.

Die vorübergehende Lösung: Klassische Blechschilder, die auf dem gesamten Streckenabschnitt auf jahreszeitlich bedingte Nebelgefahren hinweisen. Konkret: Bei Nebel gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h. Alles andere obliegt dem Autofahrer.

Laut Landesbetrieb Straßen Nordrhein-Westfalen werden die Reparaturarbeiten voraussichtlich Ende nächster Woche abgeschlossen sein. Betroffen sind rund 35 Tafeln.

Regierungspräsidentin Gisela Walsken bittet die Autofahrer „im Interesse der eigenen Sicherheit” um „besondere Aufmerksamkeit auf dem Streckenabschnitt”. Dass es nun zu einem solchen Ausfall komme, sei jedoch die Ausnahme, versichert Pressesprecherin Freia Johannsen. Insgesamt befänden sich die Anlagen in einem guten Zustand. Störungen habe es in letzter Zeit keine gegeben - zumindest nicht auf dem zur Zeit betroffenen Streckenabschnitt.

Eine eher kuriose Ursache hatten vereinzelte Probleme in anderen Bezirken, erinnert sich Johannsen: Dort hatten Spinnen ihre Netze unmittelbar vor den Tafeln gesponnen, wodurch es zu Fehlermeldungen gekommen sei. Da die Spinnennetze das Licht in den Blendschutzhüllen der Schilder ähnlich brechen wie Nebeltröpfchen, lösen sie unter Umständen „Nebelalarm” aus. Doch auch für dieses Problem fand sich eine Lösung: „Wenn etwas auf den Schildern ist, geht eine Art Wischer an”, erklärt Freia Johannsen.

Vor elf Jahren, im Jahr 2001, war die Anlage schon einmal teilweise außer Betrieb, da es damals zu Störungen des Nebelsensoriksystems und Wartungsarbeiten am Zentralrechner auf der A 4 gekommen war. Die Monitore zeigten auch bei schlechten Sichtverhältnissen „Tempo 100” an. Nun ist die Anlage ganz ausgeschaltet worden.

Im Regelfall reagieren verschiedenste technische Hilfsmittel wie Induktionsschleifen im Boden, Videoüberwachung einzelner Streckenteile, Nebelwarner und Nässesensoren rechtzeitig auf die aktuelle Situation auf den Autobahnen. Dadurch kann ermittelt werden, wann sich Staus bilden oder Gefahren drohen - wenn nicht gerade eine Störung im Zentralrechner vorliegt.

In der regionalen Verkehrsleitzentrale „Sarah” in Köln werden die Schilderbrücken gesteuert. Seit 15 Jahren sind sie nun in Betrieb und mit neun so genannten Verkehrsoperatoren im 24-Stunden-Schichtdienst besetzt.

In der Regel werden die Schaltvorgänge für die Schilderbrücken automatisch gelenkt. Die Operatoren können jedoch - je nach Verkehrssituation - die eingehenden Daten von den Strecken per Handschaltung steuern, Ende kommender Woche dann auch wieder auf der A4.
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