Vergewaltiger wieder wegen Sextat vor Gericht

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
jva-bu4sp Justizvollzugsanstalt Aachen
Die Justizvollzugsanstalt Aachen. Foto: Jaspers

Aachen. Der im Januar 2008 vom Aachener Landgericht zu zehn Jahre Haft verurteilte Meir Z. steht erneut vor Gericht. Z., der sich 2006 in Aachen an jungen Frauen vergangen hatte und wegen Vergewaltigung verurteilt worden war, soll im Gefängnis eine weitere Vergewaltigung begangen haben.

Damals überführte ihn seine am Tatort gefundene DNA und die Aussagen von vier Frauen. Am Montag, beim Prozessauftakt, belastete ihn die Aussage eines Häftlings.

Z. soll kurz nach seiner Festnahme im April 2007 in der Untersuchungshaft einen Zellengenossen brutal vergewaltigt haben. Deswegen hat sich Z. vor der 5. Großen Strafkammer (Vorsitzenden Richterin Angelika Kasparek) zu verantworten. Er ist der sexuellen Nötigung, Vergewaltigung und gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den Mitgefangenen B. an einem Abend überfallen und an seiner Pritsche in der Zelle festgebunden zu haben, mit seinen eigenen Kleidern. Und zwar in der Absicht, den Schlafenden zu vergewaltigen.

Kaum war der 51-jährige Z. aus dem Haftraum an die Anklagebank geführt worden, präsentierte er in seiner rechten Hand einen selbst ausgeschnittenen gelben Davidsstern mit der provokativen Frage „Warum ich?”. In der anderen Hand hielt er ein gelbes Plakat mit einem Text, der Z. als Opfer von Antisemitismus´ darstellt. Z. ist Niederländer israelischer Herkunft.

Die Kammer reagierte gelassen auf die Provokationen, ging zur Aufnahme der Personalien sowie zu der Frage über, ob sich der Angeklagte zu den schweren Vorwürfen einlassen wolle. Z. wollte das nicht, erst zu einem späteren Zeitpunkt, erläuterte Meir Z. ebenso wortreich wie blumig auf Hebräisch.

Um seine Tat im Gefängnis zu verbergen, soll er laut Anklage sein Opfer, den ebenfalls wegen Vergewaltigung verurteilten B., unter Druck gesetzt haben: Er, Z., kenne einen Wachmann gut, der dafür sorgen werde, dass B. den Mund halte. Deshalb ist Z. gleichzeitig wegen Verleumdung eines Justizbeamten angeklagt. Am Dienstag soll das Opfer aussagen.
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