Köln - Verein fordert „Türken-Quote” im offiziellen Kölner Karneval

Verein fordert „Türken-Quote” im offiziellen Kölner Karneval

Von: ddp-nrw
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1. Türkischer Karnevalsverein
Presse genarrt: Die angeblichen Gründungsmitglieder des 1. Türkischen Karnevalsvereins Deutschlands, Melek Cezmi (links) und Davut Yilmaz, zeigen auf einer Pressekonferenz in Köln ein Auto mit Schnurrbart. Foto: dpa

Köln. Mit der Forderung nach einer „Türken-Quote” im organisierten Kölner Karneval ist der nach eigenen Angaben erste türkische Karnevalsverein Deutschlands an die Öffentlichkeit gegangen.

„Zehn Prozent aller Kölner sind türkischer Herkunft. Sie sind bislang nicht angemessen im Kölner Karneval repräsentiert”, sagte Vereinsvertreter Davut Yilmaz am Donnerstag in Köln.

So sei vorstellbar, dass alle zwei Jahre mindestens ein Mitglied des Kölner Dreigestirns türkischer Herkunft sein sollte, auch müsse jede zehnte Gruppe im Rosenmontagszug einen Bezug zu Köln haben. Auf das ursprüngliche geplante rein türkische Dreigestirn wolle man allerdings zunächst verzichten.

Der 1. Türkische Karnevalsverein Deutschlands (1. TKVD) will nach eigenen Angaben Türken und Muslimen die Teilnahme am rheinischen Karneval ermöglichen, ohne dass es dabei zu sexuellen und alkoholischen Exzessen kommt. „Wir sehen uns als Anlaufstelle für alle, die Karneval feiern wollen, aber etwas gesitteter”, betonte der 29-jährige Yilmaz. So beklagte sich Vereinsmitglied Melek Cezmi darüber, dass sie zu Karneval regelmäßig von Männern begrapscht werde: „Ich bin sicher, vielen deutschen Frauen geht es genauso. Sie sind deshalb auch in unserem Verein willkommen.”

Die Idee zur Vereinsgründung stammt von drei türkischstämmigen Studenten. „Auch die Türken tragen den Frohsinn im Herzen”, betonte Yilmaz. Niemand solle sagen können, Türken hätten keinen Humor. Inzwischen habe der Verein rund 35 Mitglieder.

Die Vereinsgründung hatte in Köln für viel Aufsehen gesorgt. Unter anderem waren die aktiven Mitglieder in verschiedenen Internet-Foren fremdenfeindlich beschimpft worden. Am Rande der Pressekonferenz waren erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Vereinsgründer aufgekommen. So grüßten die Vereinsmitglieder statt mit „Alaaf” mit dem in Köln verpönten „Helau”. Auch kündigten sie an, mit dem Licht von Handy-Displays einen überdimensionalen Schnurrbart auf den Kölner Dom projizieren zu wollen.

Yilmaz und Cezmi betonten auf mehrfache Nachfrage, ihnen sei es mit der Vereinsgründung ernst, auch wenn sie das große öffentliche Interesse überrascht habe.
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