„Verdi”-Vorwürfe nicht richtig: Zeitung wird wie gewohnt zugestellt

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Düren. Großflächig hat die Gewerkschaft „Verdi” erneut ein Flugblatt zur angeblichen Situation der Zeitungszustellung im Kreis Düren verteilt. Darin wird unter der Überschrift „Profitgier des Aachener Zeitungsverlages beschert Zusteller-Familien traurige Weihnachten” unter anderem behauptet, in Zukunft müssten die Botinnen und Boten „auf 25 bis 50 Prozent ihres Lohns verzichten”.

Dies habe der Betriebsrat „nicht mitgemacht”. Deshalb habe der Zeitungsverlag die Zeitungszustellung im Kreis Düren geschlossen und der Belegschaft betriebsbedingt gekündigt. Die Arbeit solle nun über eine andere Tochterfirma des Verlages erfolgen, die Leserinnen und Leser müssten sich auf andere Zusteller einrichten.

Diese und andere Behauptungen sind, so stellt der Zeitungsverlag Aachen fest, unrichtig. Richtig ist vielmehr, dass es in der derzeitigen wirtschaftlichen Gesamtlage im Zeitungsgeschäft gar nicht darum gehen kann, irgendeine „Profitgier” zu bedienen. In der gesamten Wirtschaft sind die Ausgaben für Werbemaßnahmen stark gesunken. Wie bei fast ausnahmslos allen anderen europäischen Zeitungsverlagen, führt dies auch beim Zeitungsverlag Aachen zu einem erheblichen Einnahmeverlust.

Dem Umsatzrückgang in Millionenhöhe auf dem Anzeigensektor stehen jedoch nach wie vor in allen Bereichen steigende Kosten gegenüber. Wie alle Wirtschaftsunternehmen musste deshalb auch der Zeitungsverlag Aachen sämtliche Ausgaben prüfen. Da die Zustellkosten rund 25 Prozent über dem marktüblichen Niveau lagen, hat sich der Zeitungsverlag Aachen bereits im Jahre 2007 entschieden, allen Zustellunternehmen der Region die Zustellaufträge zu kündigen.

Ebenso wie die übrigen Zustellfirmen ist nämlich auch die Zeitungszustellung Kreis Düren GmbH ein eigenständiges Unternehmen, das sich im Wettbewerb behaupten muss, erklärt der Zeitungsverlag Aachen. Die Geschäftsführung des Zeitungsverlages wies am Montag darauf hin, dass die in einer anderen wirtschaftlichen Situation getroffenen großzügigen Vereinbarungen in wirtschaftlich angespannten Zeiten an das marktübliche Niveau angepasst werden müssten.

Der Zeitungsverlag Aachen trage die Verantwortung für viele Arbeitsplätze. Die Geschäftsführung könne es in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht vertreten, auf Kosten ihrer eigenen Mitarbeiter überteuerte Dienstleistungen Dritter in Anspruch zu nehmen.

In der Erklärung des Verlages heißt es deshalb weiter: „Es kann keine Rede davon sein, dass die Botenlöhne um 50 Prozent sinken sollen. Die Botenlöhne liegen allerdings 25 Prozent über dem marktüblichen Niveau. Es kann heute auch kein überdurchschnittlich langer Urlaub von 36 Tagen mehr bezahlt werden.

In anderen Regionen sind entsprechende Anpassungen der Konditionen bereits vor langer Zeit getroffen worden. In Düren ist das leider am Widerstand des Betriebsrats gescheitert. Für den Zeitungsverlag Aachen ist dies umso unverständlicher, als die Mehrheit der dort beschäftigten Zusteller den von der Zustellungsgesellschaft angebotenen Betriebsvereinbarungen zustimmen wollten.

Der Zeitungsverlag bedauert es sehr, dass angesichts des gegen die Interessen der Beschäftigten gerichteten Verhaltens des Betriebsrates keine andere Möglichkeit bleibt, als an der bereits im Jahr 2007 ausgesprochenen Kündigung des Zustellauftrages an die Zeitungszustellung Kreis Düren GmbH festzuhalten.” Die Geschäftsführung betont, es gehe nicht um „kurzfristige Gewinnsteigerungen”, sondern allein um die Verringerung erheblicher Verluste.

Die Zustellung sei selbstverständlich gesichert. „Die Zeitung wird auch in Zukunft wie gewohnt zugestellt”, teilt der Zeitungsverlag Aachen in seiner Erklärung mit. Es seien bereits andere Zustellgesellschaften zu marktüblichen Konditionen beauftragt.
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