Vater wegen Mordes an Zweijährigem vor Gericht

Von: dpa
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Köln. Ein Mann soll in Köln seinen zweijährigen Sohn getötet haben, weil der Kleine sein Abendbrot nicht essen wollte.

Die Staatsanwaltschaft verlas am Montag vor dem Landgericht Köln die Anklageschrift. Der 29-Jährige hat seinen Sohn demnach Ende Januar mit solcher Wucht gegen eine Wand geworfen, dass dieser einen Schädelbruch und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Eine Notoperation konnte ihn nicht mehr retten.

Die Anklage lautet auf Mord aus niedrigen Beweggründen, Misshandlung eines Schutzbefohlenen, aber auch auf Mordversuch, weil er dem Jungen bereits im Dezember einen Schädelbruch zugefügt haben soll. Damals soll er sich darüber geärgert haben, dass der Junge noch in die Windeln machte.

Tatort war ein Übergangsheim, in dem der aus Bosnien-Herzegowina stammende Vater und seine 22-jährige Frau mit ihren sechs Kindern wohnten. Der Angeklagte verweigerte am Montag vor Gericht die Aussage. Seine Verteidiger erklärten jedoch, dass er ihnen ein selbstverfasstes Schreiben übergeben habe, das erst durchgearbeitet werden müsse. Deshalb sei die Aussageverweigerung nur vorläufig.

Am Freitag, dem ersten Verhandlungstag, war die Sitzung abgebrochen worden, weil der Angeklagte wegen eines Schwächeanfalls in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

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