Aubel - Val-Dieu feiert 800-jähriges Jubiläum

Val-Dieu feiert 800-jähriges Jubiläum

Von: Alexander Brüggemann
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Idyllisch und ideal für einen Ausflug: Die alte Zisterzienserabtei Val-Dieu liegt nur 30 Autominuten von Aachen entfernt. Foto: imago/Manngold

Aubel. Heute ist es ein idyllisches Seitental im „Herver Land“, einem hügeligen Landstrich im Norden der Provinz Lüttich. Einst, als sich hier 1216 die Zisterzienser niederließen, wurde es noch „Teufelstal“ genannt. In diesem Sommer feiern die Menschen von Val-Dieu („Gottestal“) den 800. Jahrestag der Abtei.

Ein schönes Ausflugsziel rund 30 Autominuten von Aachen entfernt. Eine Radler-Hochburg ist das propere ostbelgische Kloster mit seiner Brauerei obendrein.

Die Mönche wählten das Tal einst ganz bewusst aus. Zwar lag es in der Nähe eines bereits bestehenden Wirtschaftshofes, aber doch fernab jeder sonstigen menschlichen Behausung. Abgeschieden und am Wasser: Das waren Kriterien für die meisten frühen Zisterziensergründungen. Am Fleiß der Mönche von Val-Dieu kann kein Zweifel bestehen. 50 Jahre nach der Gründung verfügte die Abtei bereits über Einkünfte aus sechs Mühlen, drei Höfen, mehreren Weinbergen an Rhein und Mosel sowie dem Zehnten aus fünf Pfarreien. Häuser besaß sie in Lüttich, Maastricht und Aachen. Dennoch kam Val-Dieu nie über eine regionale Bedeutung hinaus.

Die größte Personalstärke erlangte die Abtei Ende des 13. Jahrhunderts mit 70 Laienbrüdern. Noch im 15. Jahrhundert durchaus vermögend, steuerte Val-Dieu in den Wirren der Religionskriege durch Plünderungen und Zerstörungen in den Ruin. Die Klosterzucht brach zusammen. Nach weiteren Hochs und Tiefs brachte die Annexion der österreichischen Niederlande durch das revolutionäre Frankreich 1795 die Aufhebung der Abtei.

Im Mai 1840 erwarben zwei Lütticher Weltpriester das Gelände und übertrugen es einem der beiden letzten Mönche von Val-Dieu, Bernhard Klinkenberg. Er wurde 1844 als Abt zum zweiten Gründervater der Abtei. Bis 1884 wurde die neue Klosterkirche fertiggestellt. Das 750. Jubiläum 1966 war das letzte große Fest des Klosters. 2001 verließen die letzten drei Mönche Val-Dieu. Die Abtei wurde einer kleinen christlichen Laiengemeinschaft anvertraut; die derzeit elf Mitglieder leiten die Geschicke des Klosters bis heute. Eine unabhängige Gesellschaft braut auf dem Klostergelände Abteibiere.

Am 29. Juli beginnt in Val-Dieu ein Jubiläumsmonat. Bis 28. August gibt es ein allabendliches Licht- und Ton-Spektakel, Führungen durch Abteikirche und Brauerei. Am 14. und 15. August feiert der Generalabt der Zisterzienser, Mauro Lepori, zwei Gottesdienste in der Basilika. Am Nachmittag des 26. August bietet ein Markt im Klosterhof regionale Produkte feil.

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