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USA sind bereit für den Jülicher Atommüll

Von: René Benden
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Bereit für den Jülicher Atommüll: Die US-Energiebehörde geht nicht davon aus, dass die 152 Castoren Probleme bereiten und will gleich noch 305 zusätzliche aus Ahaus. Foto: dpa

Jülich/Washington. Die US-amerikanische Energiebehörde sieht grundsätzlich keine größeren Probleme darin, den hochradioaktiven Brennstoff aus Jülicher Castoren in die USA zu verschiffen und dort einzulagern. Das geht aus einer Umweltverträglichkeitsstudie hervor, die das Department of Energy nun online gestellt hat.

In der Studie ist die Rede davon, dass nicht davon ausgegangen werde, dass der deutsche Atommüll eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstelle. Auch finanziell stünde dem Transport aus amerikanischer Sicht nichts im Wege, weil die Bundesrepublik Deutschland für die Kosten aufkomme.

Die amerikanische Energiebehörde untermauert damit noch einmal das grundsätzliche Einverständnis der US-Regierung, den Atommüll aus Jülich aufzunehmen, weil darin rund 900 Kilogramm hochangereichertes Uran enthalten ist, das ursprünglich aus den USA kommt.

Neu ist, dass die Amerikaner davon ausgehen, nicht nur die 152 Castoren aus Jülich, sondern auch noch 305 weitere Castoren mit Brennelementen des ehemaligen Hochtemperaturreaktors in Hamm-Uentrop zu empfangen. Noch im Dezember 2014 hatte die Bundesregierung auf Anfrage des Grünen Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer aus Düren gesagt, dass es keine Planungen gebe, die derzeit in Ahaus lagernden Castoren in die USA zu transportieren.

Krischer zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung irritiert darüber, dass die amerikanische Energiebehörde damit rechnet, erheblich mehr Atommüll aus Deutschland zu bekommen, als bislang öffentlich von der Bundesregierung kommuniziert worden ist. „Da frage ich mich schon, welche Versprechungen bei den Verhandlungen gemacht worden sind“, sagt Krischer. Er gehe davon aus, dass die Lukrativität des Geschäfts aus amerikanischer Sicht mit der aus Deutschland gelieferten Menge steige.

Die US-Energiebehörde rechnet damit, dass rund 30 Mal der Atlantik per Schiff überquert werden muss, um den Atommüll aus Jülich und Ahaus über den Militärhafen von Charleston in die nukleartechnische Einrichtung „Savannah River Site“ in South Carolina zu bringen.

Von deutscher Seite konnte am Dienstag weder das Bundesministerium für Forschung und Bildung noch die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen beantworten, welche Auswirkungen die US-Studie auf den weiteren Umgang mit dem Jülicher Atommüll haben wird.

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