Urteil im Prozess um ermordete Millionärin

Von: dpa
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Mönchengladbach. Im Prozess um den Mord an einer Millionärin in Mönchengladbach soll an diesem Mittwoch das Urteil verkündet werden.

Angeklagt sind drei Männer im Alter von 21, 22 und 54 Jahren. Das Trio soll die 89-Jährige im Oktober 2007 aus Habgier ermordet und dann versucht haben, ihre Leiche in einem Fass auf dem Grund eines Sees zu versenken.

Der 54-Jährige, der der Frau mit Gelegenheitsarbeiten geholfen hatte, war laut Anklage nach ihrem Tod als Haus- und Vermögensverwalter aufgetreten. Mehrere Vollmachten, die ihn zum Verkauf der Immobilien der Frau berechtigen sollten, erwiesen sich als plumpe Fälschungen. Während die Tote noch im Keller lag, soll der 54-Jährige schon einen Kaufinteressenten durch ihr Haus geführt haben.

Innerhalb eines Monats soll er mehr als 8500 Euro vom Konto seines Opfers abgehoben haben. Schmuck der Toten fand sich bei der Freundin eines Angeklagten wieder.

Die Anklage stützt sich auf das Geständnis des 21-Jährigen. Er hatte die Polizei rund sechs Wochen nach der Tat zu der Leiche geführt, nachdem eine Angehörige und eine Nachbarin der 89-Jährigen Vermisstenanzeige erstattet hatten. Mit der Beute wollten die mutmaßlichen Täter angeblich eine Haschisch-Plantage aufbauen.

Als die Polizei gezielt nach der 89-Jährigen zu suchen begann, sollen die Angeklagten die Leiche in einer Regentonne verstaut und mit ätzendem Kalk übergossen haben. Der Versuch, das Fass in einem See zu versenken, schlug fehl. Es schwamm noch zwei Tage später an der Oberfläche, als die Ermittler eintrafen. „Wir haben das Fass heruntergedrückt, aber es kam immer wieder hoch”, sagte der 21- Jährige der Polizei.

Die Staatsanwältin hat gegen die 22 und 54 Jahre alten Angeklagten lebenslange Haft wegen Mordes beantragt. Der 21-Jährige soll nach dem Willen der Anklägerin für neuneinhalb Jahre in Jugendhaft. Die Verteidiger hatten für den 54-jährigen mutmaßlichen Drahtzieher einen Freispruch gefordert. Es gebe erhebliche Zweifel an einer Tatbeteiligung des 54-Jährigen, sagte sein Anwalt.

Für einen 22-jährigen Mitangeklagten beantragte dessen Verteidiger sechs Jahre Jugendhaft. Er habe nur bei der Vertuschung des Verbrechens geholfen. Zuvor hatte die Verteidigung für den dritten Angeklagten, einen geständigen 21-Jährigen, siebeneinhalb Jahre Jugendhaft wegen Mordes beantragt.

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