Urteil gegen „Sauerland-Gruppe” am 4. März

Von: ddp
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Düsseldorf. Das Urteil gegen die angeklagten Mitglieder der islamistischen „Sauerland-Gruppe” soll am 4. März gesprochen werden.

Ein Sprecher des Oberlandesgerichts Düsseldorf sagte am Donnerstag, dass der Prozess Anfang März abgeschlossen werden solle und bestätigte damit Angaben aus Justizkreisen vom Mittwoch. Die Bundesanwaltschaft wird demnach am 3. und 4. Februar mit ihrem Plädoyer beginnen. Danach bekommen die Verteidiger des Angeklagten Fritz G. am 9. Februar einen Prozesstag für ihre Ausführungen, es folgen die Plädoyers der Anwälte der Angeklagten Adem Y. (10. Februar), Daniel S. (17. Februar) und Atilla S. (18. Februar).

Vor dem Urteil können die Angeklagten am 23. und 24. Februar dem Prozessplan zufolge noch ihr Schlusswort halten. In der kommenden Woche findet laut dem Gerichtssprecher keine Verhandlung statt. Die Beweisaufnahme in dem Verfahren gegen die mutmaßlichen Islamisten soll demnach am 2. Februar mit der Verlesung von Urkunden endgültig abgeschlossen werden.

Die vier im „Sauerland-Prozess” Angeklagten im Alter von 24 bis 31 Jahren haben bereits gestanden, im Namen der usbekischen Terrororganisation Islamische Dschihad-Union (IJU) im Jahr 2007 Anschläge in Deutschland geplant zu haben. Zur Vorbereitung hatten drei der vier Männer in einem Ferienhaus im sauerländischen Medebach-Oberschledorn damit begonnen, Sprengstoff herzustellen. Vor gut zwei Jahren wurden sie dort von einem Einsatzkommando festgenommen, der vierte Angeklagte wurde später in der Türkei verhaftet. Seit April 2009 stehen die Männer vor Gericht, im August begannen sie mit umfangreichen Geständnissen.

Den Männern wird unter anderem die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung sowie Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens und Verabredung zum Mord vorgeworfen. Der Anklagepunkt „Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung” wurde am Mittwoch vom Gericht fallen gelassen. Die „Sauerland-Gruppe” gilt nun nicht mehr als eigenständige Terrororganisation. Die vier Angeklagten hatten in ihren Aussagen stets betont, von einem IJU-Anführer mit Sprengstoffanschlägen beauftragt worden zu sein.
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