Region/Aachen - Unwetter im Rheinland: Eine Tote, Überflutungen, Verkehrschaos

Unwetter im Rheinland: Eine Tote, Überflutungen, Verkehrschaos

Von: red/pol
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Gewitter
Hochwasser: Autos in einer überfluteten Straße in Köln am Mittwoch. Foto: Marius Becker/dpa
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In Dortmund starb eine Frau, als dieser Baum plötzlich umstürzte und sie unter sich begrud. Foto: dpa
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In Köln lief eine U-Bahn-Station voll. Die Schäden waren auch tags drauf noch nicht absehbar. Foto: dpa
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Auch in Mönchengladbach stürzte ein Baum auf einen Menschen. Der Fahrer dieses Rades wurde dabei verletzt. Foto: dpa

Region/Aachen. Das schwere Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel hat Feuerwehren und Hilfsdienste in Nordrhein-Westfalen in der Nacht zum Donnerstag stundenlang in Atem gehalten. Eine Frau starb, vielerorts kam der Verkehr auf Straße, Schiene und in der Luft kam zum Erliegen. Die Region um Aachen blieb von größeren Problemen dagegen offenbar weitgehend verschont.

Zu dem tödlichen Unfall kam es in Dortmund, wo eine 51-jährige Frau von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Sie hielt sich nach Polizeiangaben mit Nachbarn in einem Garten auf, als sie von dem Baum getroffen und eingeklemmt wurde. Angehörige zogen die Schwerverletzte unter dem Baum hervor, Rettungskräfte brachten sie ins Krankenhaus - doch dort erlag sie ihren Verletzungen.

Alle Schäden waren am Donnerstag noch nicht beseitigt. In Köln, wo das Unwetter besonders heftig tobte, können in einer vollgelaufenen U-Bahn-Station wahrscheinlich noch mehrere Tage lang keine Bahnen halten. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen in der Domstadt bis zum Donnerstagmorgen innerhalb von 24 Stunden teilweise 110 Liter Regen pro Quadratmeter - das sei weit mehr als die durchschnittliche Regenmenge im ganzen Monat Juli.

In ganz NRW hatten die Feuerwehren rund 2400 wetterbedingte Einsätze. Allein in Köln wurde die Feuerwehr mehr als 900 Mal gerufen. Ganze Straßenzüge sowie Unterführungen standen unter Wasser. Am Flughafen Köln/Bonn wurde der Flugbetrieb für 90 Minuten unterbrochen, im Hauptbahnhof lief Wasser in Teile der Bahnhofshalle. In drei Stadtteilen fiel vorübergehend der Strom aus. Auf der Bahnstrecke von Bonn nach Koblenz stürzte ein Baum auf die Oberleitung. Zugausfälle und Verspätungen waren die Folge.

In Düsseldorf stand die Rheinkirmes nach einer Unwetterwarnung für etwa zwei Stunden still. In Mönchengladbach wurde ein Radfahrer von einem Baum verletzt, der durch den heftigen Wind abgebrochen war. Landesweit waren nach Angaben des Innenministeriums mehr als 3700 Frauen und Männer bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz.

In der Städteregion Aachen verzeichnete die Polizei trotz Starkregens und zum Teil heftiger Gewittern am Nachmittag und in der Nacht keine witterungsbedingen Unfälle. Feuerwehr und Polizei mussten allerdings mehrmals ausrücken, um abgebrochene Äste und andere Hindernisse von Straßen zu räumen. Beim CHIO musste der Preis von Europa zeitweise unterbrochen werden.

Am Blausteinsee in Eschweiler riefen am Nachmittag Passanten die Polizei, weil ein Mann bei 32 Grad Hitze „leichenblass und wie tot“, so die Zeugen, in seinem Auto lag. Den Rettungskräften gelang es jedoch schnell, ihn ins Leben zurückzuholen: Er hatte nur ein Nickerchen gemacht, „die Hitze schlauche“, wie er nach Angaben von Polizeisprecher Paul Kemen angab.

Trotz - oder vielleicht auch wegen - des schlechten Wetters hatten etliche Menschen im weiteren Verlauf des Abends Probleme, die Nachtruhe einzuhalten. Außergewöhnlich oft, nämlich knapp zwei Dutzend Mal, mussten die Ordnungshüter ausrücken, weil Nachbarn Ruhestörungen monierten. „Ein Anrufer sprach von furchtbarem Schlagertrallala“, berichtete Polizeisprecher Kemen.

Am Donnerstagmorgen zogen erneut Gewitter über das Land, die größtenteils aber glimpflich abliefen. In Marl geriet vermutlich in Folge eines Blitzeinschlags der Dachstuhl eines Hauses in Brand. Die Bewohner blieben unverletzt, wie die Polizei mitteilte. Im Bahnverkehr habe es nach einigen Störungen am Mittwochabend keine weiteren Beeinträchtigungen gegeben, sagte ein Sprecher. Im Laufe des Tages beruhigte sich die Wetterlage weitgehend.

 





 

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