Aachen/Waldfeucht - Unterschlagenes Geld für Prostituierte: Buchhalter verurteilt

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Unterschlagenes Geld für Prostituierte: Buchhalter verurteilt

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Dirk B. (Mitte) vor dem Aachener Landgericht. Wegen Unterschlagung wurde der 57-Jährige zu vier Jahren Haft verurteilt. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Waldfeucht. Ein Buchhalter, der in einem Aachener Möbelhaus fast 1,2 Millionen Euro unterschlagen hat, ist am Donnerstag vom Aachener Landgericht zu einer Strafe von vier Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem muss Dirk B. (57) aus Waldfeucht das unterschlagene Geld zurückzahlen. Es ist allerdings zu bezweifeln, dass ihm das jemals gelingen wird.

Das Gericht hielt ihm sein vollumfängliches Geständnis ebenso zu Gute wie seine Reue. „Der Angeklagte sitzt hier und backt kleine Brötchen“, stellte der Vorsitzende Richter Hans-Günter Görgen in der Urteilsbegründung wohlwollend fest, „mit seinem Geständnis konnten wir hier was anfangen.“  

Der Buchhalter hatte vor Gericht zugegeben, zwischen 2012 und Februar 2017 insgesamt 227 Mal Geld von Firmenkonten auf sein eigenes überwiesen zu haben. Das Geld habe er vorwiegend dazu verwendet, thailändische Prostituierte zu bezahlen und zu beschenken. Als seine Unterschlagungen auffielen, die das Gericht als gewerbsmäßige Untreue bewertete, fanden die Ermittler auf seinem Privatkonto noch 15.000 Euro. Der Rest, hatte der Buchhalter erklärt, sei überwiegend an die Thailänderinnen geflossen, die in einem Massageclub in Mönchengladbach gearbeitet hätten.

Der Anwalt des betroffenen Möbelhauses nahm Dirk B. diesen Teil seines Geständnisses nicht ab. Er hält es nicht für ausgeschlossen, dass B. größere Beträge beiseite geschafft hat, um nach seiner Haft sein angenehmes Leben fortzusetzen. Vor Gericht ließ sich das allerdings nicht beweisen. Richter Görgen ließ nicht unerwähnt, „dass niemand auf die Idee kommen soll, dieses Urteil mit dem gegen Uli Hoeneß zu vergleichen“ .

Der Präsident des FC Bayern München war 2014 zu dreineinhalb Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er zugegeben hatte, 28,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. „Der Hoeneß hat den Schaden, den er angerichtet hat, beglichen“ , sagte Görgen. „Hätte unserer das auch getan, hätten wir über eine mildere Strafe reden können.“  Mit „unserer“  war der Angeklagte Drik B. gemeint. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Dirk B. verzicheten noch im Gerichtssaal darauf, Revision einzulegen, das Urteil ist rechtskräftig. Dirk B. sitzt seit März im Aachener Gefängnis. Wenn hm eine gute Führung bescheinigt wird, könnte er in 18 bis 26 Monaten wieder aus der Haft entlassen werden. Er wäre dann 59 Jahre alt.

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