Unternehmensberater wegen Menschenraubs verurteilt

Von: ddp
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Köln. Wegen erpresserischen Menschenraubs und gefährlicher Körperverletzung hat das Kölner Landgericht eine 39-jährige Ex-Psychologiestudentin und einen 42-jährigen Diplom-Psychologen zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.

Die beiden Angeklagten, die in Köln eine wenig erfolgreiche Unternehmensberatung betrieben, waren mit einem Geschäftspartner so rabiat umgegangen, dass der 55-Jährige in Panik aus dem Fenster gesprungen war. Bei dem Sturz auf die mehrere Meter tiefer gelegene Terrasse eines Hochhauses hatte sich das Opfer beide Fußgelenke gebrochen und eine Platzwunde am Kopf zugezogen.

Hintergrund war ein Streit über die Höhe des Honorars für die beiden Angeklagten. Unter einem Vorwand hatten die Angeklagten ihren Geschäftspartner im Juni 2005 in ihr Büro gebeten. Weil er sich dort weigerte, ein Schuldanerkenntnis zu unterschreiben, gingen die Angeklagten zur Selbstjustiz über.

Sie fesselten den Niederländer an Händen und Füßen, schlugen ihn mit einem Stock auf die Fußsohlen und hielten ihn eine Nacht gefangen. Als das Opfer am nächsten Morgen einen Asthma-Anfall vortäuschte, gelang ihm die Flucht mit dem Sprung aus dem Fenster.

Die ganze Aktion hatte unter Federführung eines Juristen stattgefunden, der damals Mitarbeiter einer renommierten Kölner Kanzlei mit weltweiten Kontakten war. Der Rechtsanwalt, der inzwischen seine Zulassung zurückgegeben hat, wird sich demnächst ebenfalls wegen der Tat vor Gericht verantworten müssen.

Die Tatsache, dass sie sich aufgrund des juristischen Beistands auf der rechtlich sicheren Seite wähnten, hielt das Gericht beiden Angeklagten strafmildernd zugute und sprach von einem „minderschweren Fall”.

Strafmildernd waren zudem die glaubwürdige Entschuldigung der Angeklagten und deren Bereitschaft, dem Opfer 30.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Das Urteil, das bereits rechtskräftig ist, entsprach in vollem Umfang dem Antrag des Staatsanwaltes.
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