Unterirdischer Kerosin-See: Shell will Sanierung beschleunigen

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
kerosinunfall / köln
Acht Monate nach dem Kerosinunfall in einer Raffinerie in Köln-Wesseling will der Mineralölkonzern Shell nach heftiger Kritik die Sanierung nun beschleunigen. Foto: dpa

Köln. Acht Monate nach dem Kerosinunfall in einer Raffinerie in Köln-Wesseling will der Mineralölkonzern Shell nach heftiger Kritik die Sanierung nun beschleunigen. Ende Februar waren aus einer leckgeschlagenen, unterirdischen Leitung rund eine Million Liter Kerosin im Erdreich versickert.

Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) betonte am Donnerstag vor Ort, die Sanierungsarbeiten des Bodens und des Grundwassers müssten schnellstmöglich erfolgen. Einem Ministeriumssprecher zufolge sagten Verantwortliche von Shell zu, drei weitere Sanierungsbrunnen zum Abpumpen des Kerosins einzurichten - im Dezember, Januar und März. Die Vorbereitungen seien im Gang.

Die Bezirksregierung Köln hatte dem Mineralölkonzern erst vor wenigen Tagen in deutlichen Worten eine schleppende Beseitigung der Schäden vorgeworfen. Die Größe des unterirdischen Kerosin-Sees sei noch immer nicht genau ermittelt. Die Behörde hatte zusätzliche Sanierungsbrunnen verlangt sowie weitere Messstellen.

Auch in der Shell-Raffinerie in Köln-Godorf kam es zu mehreren Zwischenfällen. Bereits viermal in diesem Monat wurden Lecks an Rohrleitungen gemeldet. Laut Bezirksregierung traten dabei zuletzt am vergangenen Dienstag 100 Liter eines Rohbenzin-Gemisches aus. Die Leitung sei sofort außer Betrieb genommen worden, ein Gutachter ermittle derzeit die Schadensursache.

Die Homepage wurde aktualisiert