Uniklinikum Aachen: Mitarbeiter im Warnstreik

Von: dpa
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An sechs Universitätskliniken in NRW wird gestreikt, auch in Aachen. Foto: Jaspers

Düsseldorf/Aachen. Krankenpfleger, OP-Schwestern, Küchenpersonal und Reinigungskräfte haben am Mittwochmorgen an den sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit niedergelegt, unter anderem in Aachen. In Köln fielen deshalb viele geplante OPs aus. Auch anderorts gingen die Warnstreiks im öffentlichen Dienst weiter.

Mit Beginn der Frühschicht um 6 Uhr seien etwa 100 Beschäftigte an der Uniklinik Düsseldorf aus den Bereichen Technik und Küche in den Ausstand getreten, sagte ein Verdi-Sprecher. Mit diesem ersten Warnstreik im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes will die Gewerkschaft Druck auf die Arbeitgeber machen.

An der Uniklinik in Essen werde der Krankentransport bestreikt und fahre daher nur so, wie an Wochenenden, sagte eine Verdi-Sprecherin vor Ort. Auch an den anderen Kliniken in Aachen, Bonn, Köln und Münster sind den ganzen Tag über Aktionen geplant. Für die Patienten ist eine Notversorgung sichergestellt.

Die Gewerkschaften und die Länder als Arbeitgeber verhandeln seit Ende Januar über einen neuen Tarifvertrag. Die Gewerkschaften fordern für die Landesangestellten unter anderem 6,5 Prozent mehr Lohn, neue Urlaubsregelungen und eine Übernahmegarantie für Auszubildende. Ein Angebot der Länder gibt es bislang nicht. Für nächste Woche hat auch die Lehrergewerkschaft GEW Arbeitsniederlegungen in NRW angekündigt.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst sind am Mittwoch in mehreren Bundesländern fortgesetzt worden. In Nordrhein-Westfalen legten Krankenpfleger, OP-Schwestern, Küchen- und Reinigungskräfte an den sechs Universitätskliniken die Arbeit nieder.

Besonders spürbar war das für die Patienten der Uniklinik in Köln, weil Pfleger in der Anästhesie in den Ausstand traten. „Etwa die Hälfte der geplanten Operationen konnte heute nicht stattfinden und musste verschoben werden”, sagte der Kliniksprecher.

Auch an Gerichten, Finanzämtern und Universitäten gab es Arbeitsniederlegungen. In Sachsen-Anhalt beteiligten sich Beschäftigte an 70 Schulen, zwei Hochschulen und sechs Landesämtern an dem Ausstand. Geplant waren auch Aktionen in Bremen und Niedersachsen sowie im Saarland.

Warnstreiks gab es auch an Psychiatriezentren in Baden-Württemberg. In Stuttgart waren die Universitäten, die Landesbibliothek und der botanische Garten, die Staatsgalerie und das Statistische Landesamt betroffen.

Verdi-Chef Frank Bsirske drohte eine Ausweitung der Warnstreiks an. Den Arbeitgebern warf er in der „Passauer Neuen Presse” (Mittwoch) vor, sich keinen Millimeter bewegt zu haben. „Wir haben alle Möglichkeiten, den Druck weiter zu erhöhen”, warnte Bsirske. Die Warnstreiks sollten Lösungen am Verhandlungstisch befördern.

Die Gewerkschaften und die Länder als Arbeitgeber verhandeln seit Ende Januar über einen neuen Tarifvertrag. Die Gewerkschaften fordern für die etwa 800.000 Landesangestellten unter anderem 6,5 Prozent mehr Lohn, neue Urlaubsregelungen und eine Übernahmegarantie für Auszubildende. Ein Angebot der Länder gibt es bislang nicht. Die Verhandlungen sollen am 7. und 8. März in Potsdam fortgesetzt werden.

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