Uni-Ansturm: Tausende suchen Zimmer

Von: Hagen Strauss
Letzte Aktualisierung:
Uni Zimmer
Der Ansturm ist riesig: In vielen Universitätsstädten suchen Studenten noch ein Zimmer. Auch in Aachen ist die Situation angespannt. Foto: dapd

Berlin/Aachen. Sie nächtigen in Notunterkünften, manche auf Campingplätzen, andere haben mit Glück noch einen der seltenen Wohnheimplätze ergattert: Bezahlbare Unterkünfte für Studenten sind rar geworden, selbst das Mensa-Essen wird inzwischen wegen der vielen Studienanfänger knapp. Die Bundesregierung ruft daher jetzt die Länder dazu auf, schnell für Abhilfe zu sorgen. Die Berichte aus einigen Universitätsstädten sind dramatisch: In Berlin warten Hunderte Studenten auf einen Wohnheimplatz, in München werden Zimmer an Erstsemester verlost, in Hamburg wurden Notbetten aufgestellt. In Münster ist sogar die Bevölkerung aufgerufen worden, zusätzlichen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Hintergrund ist, dass der Ansturm auf die Unis wegen der doppelten Abi-Jahrgänge und der ausgesetzten Wehrpflicht so hoch ist wie nie: Starteten im vergangenen Jahr zum Wintersemester noch 446.000 Studienanfänger, so drängeln sich jetzt über 500.000 neue Studenten an den Hochschulen. Da wird der Kampf um einen Platz im Hörsaal zunehmend auch einer um eine bezahlbare Bude.

Der Städte- und Gemeindebund (DStGB) spricht schon offen von einer Wohnungsnot unter Studenten. Das Angebot an Wohnheimplätzen, Zimmern oder günstigen Apartments sei längst nicht so stark gestiegen wie die Zahl der Studienplätze, erklärt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

Für die Bundesregierung ist klar: „Für gute Studienbedingungen ist es wichtig, dass vor Ort bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht”, betont ein Sprecher von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Die Länder müssten, „den Ausbau von Wohnheimplätzen gerade dort vorantreiben, wo die Situation besonders angespannt ist”.

Die Vorsitzende des Bundestagsbildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD), will die Regierung freilich nicht aus der Pflicht entlassen: Sie fordert ein zusätzliches Bund-Länder-Sonderprogramm für den schnellen Ausbau der gesamten sozialen Infrastruktur an den Unis. Das betrifft auch die Mensen.

Auch in Aachen ist die Situation angespannt

„Im Moment suchen viele Studenten händeringend ein Zimmer, vor allem ausländische Studenten”, sagt Brigitte Jungheim, Leiterin der Wohnheimverwaltung beim Studentenwerk Aachen. 100 Studenten bräuchten noch eine Wohnung, schätzt Jungheim, die an private Vermieter appelliert, Studenten bei sich aufzunehmen. Die 4725 Bettplätze in den Wohnheimen des Studentenwerkes seien belegt.

„Die Hochschulen sind alle vom enormen Ansturm überrascht worden”, sagt der Prorektor für Lehre an der RWTH Aachen, Aloys Krieg. Auf 500 Neueinschreibungen mehr als sonst sei man eingestellt gewesen. An der RWTH wurden bis zum 1. Oktober knapp 1700 mehr Neueinschreibungen gezählt als im Vorjahr.

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