Und wieder setzt Burkhard Rauhut ein Ausrufezeichen

Von: Bernd Büttgens
Letzte Aktualisierung:
Eliteuni 19-10-2007
Burkhard Rauhut leitet seit 2008 die GUtech-Universität im Oman - quasi als Außenstelle der RWTH Aachen: Der ehemalige TH-Rektor wird am Sonntag 70 Jahre jung. Der Glückwunsch geht in die Ferne. Foto: Herrmann

Aachen. Er ist ganz schön weit weg. In einem Land, in dem es selbst im Winter angenehme 20 Grad warm ist. In dem es sich gut leben lässt, wie er bei jeder Begegnung betont, und in dem er immer wieder neue Ausrufezeichen setzen kann.

Burkhard Rauhut, der ehemalige Rektor der RWTH Aachen, ist weit weg - und doch so nah. Der begnadete Marketingstratege weiß auch aus der Ferne auf seine außergewöhnliche Arbeit aufmerksam zu machen. Denn Rauhut macht keine halben Sachen. Er drückt weiter aufs Tempo, sammelt Lob und Anerkennung - hier wie dort - und lebt und steht für das, was seine ehemalige Hochschule so gerne als großes Ziel für die Zukunft propagiert: Internationalität.

Burkhard Rauhut wird am morgigen Sonntag 70 Jahre jung, der Geburtstagsgruß geht in den Oman, in die arabische Welt, wo der deutsche Hochschullehrer und Wissenschaftler seit gut vier Jahren mit seiner Frau Judith und weiteren Mitstreitern eine Universität aufbaut, genauer: die German University of Technology (GUtech) in Maskat.

Wer Rauhut begegnet oder mit ihm im Mail-Kontakt steht, trifft immer noch auf den stets agilen, freundlichen Macher. Jüngst war er mit seiner Frau ein paar Tage in Aachen, vor einigen Wochen, als die RWTH erneut die Exzellenz bescheinigt bekam, grüßte der Ex-Rektor aus Dubai, „weil der Sultan uns über das Wochenende freigegeben hat”. Die Nachricht vom neuerlichen Erfolg quittierte er knapp und augenzwinkernd: „Ich hatte gar nichts anderes erwartet.”

Schon als Rauhut die Mission Oman antrat, sich also entschieden hatte, nicht kürzer zu treten, sondern vielmehr ein großes Abenteuer zu starten, reizte ihn vor allem das Neue, das im Idealfall dann von seiner Handschrift geprägt sein würde.

Im August, so teilte er jüngst mit, werde man nun das nagelneue Hauptgebäude auf dem ebenfalls taufrischen Campus in Halban, einem Außenbezirk von Maskat, beziehen. Rauhutscher Nachsatz: „Ein Gebäude, um das uns viele, wenn nicht alle Universitäten beneiden würden.”

Der aktuelle RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg hat nur allerhöchstes Lob parat, wenn er von Rauhuts Pionierleistung an der omanischen Partneruniversität -„das erfolgreichste Hochschulprojekt außerhalb Deutschlands” - spricht: „Rauhut ist der perfekte Gründungsrektor. Er gibt mit seiner Autorität der jungen Hochschule Halt und Orientierung. Und er versteht es zugleich, den Pfad zwischen arabischer Kultur und deutscher Leistungsorientierung zu finden.” Schmachtenberg, selbst Vorsitzender des GUtech-Hochschulrates, spricht stolz von den ersten Absolventen.

Was Rauhut gelingt: Sein Wirken im Oman macht er in Deutschland transparent. So wurde sein Engagement um Internationalität im vorigen Jahr mit dem Theodor-Berchem-Preis des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) gewürdigt. „Internationalisierung rückt durch den demografischen Wandel immer stärker in den Fokus. Wir brauchen dringend Fachkräfte”, sagte Rauhut damals.

Den Nachwuchs erreicht am besten der, der vor Ort ist. Rauhut als Botschafter des deutschen Hochschulwesens, Rauhut als Ansprechpartner für Wissenschaft und Wirtschaft in der arabischen Welt - dieser Plan geht nach vier Jahren in der Wüste bestens auf.

Als der gebürtige Berliner, Professor für Statistik und Wirtschaftsmathematik, 2008 die liebgewonnene Wahlheimat Aachen verließ, um in die Welt zu ziehen, sagte er unserer Zeitung: „Wir müssen eine Hochschule aufbauen auf einem Gelände, das völlig unerschlossen ist, und wir müssen den akademischen Betrieb in Gang setzen. Ich finde das unglaublich spannend. Die Gelegenheit hat man nur ein einziges Mal im Leben, wenn überhaupt.” Man darf von einem gesunden und ausgeprägten Forscherdrang sprechen.

„Brückenkopf in die arabische Welt”

Die RWTH betrachtet das Hochschulprojekt GUtech im Oman mit Wohlgefallen. Die Initiative schwerreicher Privatleute, die renommierte deutsche Hochschule als prägenden Partner für Lehre und Forschung zu gewinnen, wurde 2008 in die Tat umgesetzt.

Für Rauhut war klar: „Das ist für uns eine Möglichkeit zu experimentieren, falls wir uns einmal - Stichwort Globalisierung - ausweiten wollen oder müssen. Und zwar ein Experiment mit relativ wenig Aufwand, weil alles von anderer Seite bezahlt wird. Normalerweise muss man am Anfang selbst sehr viel Geld reinstecken. Hier können wir einfach die Erfahrung machen, wie man eine Hochschule als Tochterunternehmen der RWTH aufbaut.”

An der GUtech studieren zur Zeit etwa 400 junge Leute, es gibt rund 110 Mitarbeiter. RWTH-Rektor Schmachtenberg spricht von „unserem Brückenkopf in die arabische Welt”.

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