Aachen - Und wer vertritt jetzt Ritter Guttenberg?

Und wer vertritt jetzt Ritter Guttenberg?

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:
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Ja wo ist er denn, der Ritter? Nicht da. Die Frage ist vielmehr: Wer wird ihn bei der AKV-Sitzung am 19. Februar vertreten? Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Narren der Region haben seit Dienstag eine viel diskutierte Frage: „Na, wer denn jetzt?” Nach der Absage von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, selbst den Orden „Wider den tierischen Ernst” am 19. Februar entgegenzunehmen, schießen die Spekulationen über seinen närrischen Vertreter im Vogelkäfig des Aachener Karnevalsvereins (AKV) wie Unkraut aus dem Boden.

„Es wird wohl kein politischer Ersatz sein, denn niemand hat ein Interesse daran, auf der Festsitzung die Probleme bei der Bundeswehr beziehungsweise in Afghanistan zu erörtern”, sagt ein Insider, der maßgeblich in die Veranstaltung involviert ist. „Es sind verschiedene Personen in der Diskussion, darunter durchaus prominente Namen”, sagt AKV-Präsident Werner Pfeil. „Letztendlich entscheidet aber unser Ritter Guttenberg persönlich.”

Die Quote muss stimmen

Schon wird im närrischen Fußvolk der Freundeskreis des Glamour-Ministers nach möglichen Kandidaten durchforstet - von Uli Hoeneß bis Veronika Ferres, Tom Cruise bis Alexander von Schönburg. Oder kommt gar doch noch seine Frau Stephanie? Oder sein Vater Enoch zu Guttenberg, der 64-jährige renommierte Dirigent? Pfeil hält sich bedeckt: „Ich bin auf jeden Fall optimistisch, dass wir einen sehr guten Knappen bekommen, der eine gute Rede hält.” Und fügt hinzu: „Der AKV wird an der Absage des Ritters nicht zugrundegehen.”

Nicht minder unter Druck steht der übertragende WDR, der zwei Tage später, am Montag, 21. Februar, eine 105-Minuten-Aufzeichnung der Festsitzung zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr in der ARD ausstrahlt.

Guttenberg galt als Garant für eine gute Quote. „Sicher hätten sich die Übertragung viele Zuschauer allein wegen ihm angeschaut”, glaubt Axel Beyer, ehedem Unterhaltungschef des WDR, heute als Berater verantwortlich für die Aachener Produktion. „Natürlich ist unser Ziel, die Quote zu halten”, sagt Beyer, der im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Zuschauer (zwölf Prozent Marktanteil) registrieren konnte.

Doch wann haben Veranstalter und Fernsehen den konkreten Namen, an dem so viel hängt? „In kürzester Zeit”, hofft Pfeil. „Denn natürlich haben wir jetzt großen Handlungsbedarf”, sagt Beyer. Aber die närrische Top-Personalie könne ja nicht zwischen Tür und Angel von dem derzeit anderweitig beschäftigten Minister entschieden werden: „Wer auch immer ihn vertritt, mit dem muss ja über alle Hintergründe und Zusammenhänge der Festsitzung geredet werden, denn schließlich muss es ja auch Sinn ergeben”, sagt der TV-Manager.

Ein Vorteil sei, dass „das Gesamtprogramm in diesem Jahr bereits steht”. Vorbei sind die Zeiten, in denen der AKV auf der Bühne eine Showgeschichte erzählte, die den Spannungsbogen ausschließlich auf die Person des Ritters ausrichtet. „Das führte zum Teil dazu, dass manches zu konstruiert war”, räumt Beyer ein.

Fest steht jedenfalls eines: Heute in 24 Tagen findet die Festsitzung statt. Der 61. Ordensritter wird sie wohl im Fernsehen verfolgen. Und kritisch beäugen, wie sich sein Abgesandter oder seine Abgesandte auf dem glatten närrischen Parkett des jecken Kulturpreises schlagen wird.
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