Umzug de Luxe: 200 Euro für zwei Schilder

Von: Ulrich Simons
Letzte Aktualisierung:
halteverbot
Die Halteverbotszone für den Möbelwagen kann man im Internet buchen. Wer clever ist, geht zur Gemeinde und spart viel Geld. Foto: ZVA, Günter Herfs

Aachen. Vier alte Stühle und ein paar Bretter auf dem Seitenstreifen: So ging das früher, wenn man beim Umzug einen Parkplatz für den Möbelwagen brauchte. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute heißt der Vorgang „Sondernutzung öffentlicher Verkehrsflächen“, und die zuständige Kommune berechnet eine Gebühr.

Zusätzlich muss man noch zwei Verbotsschilder organisieren, die den Anfang und das Ende der Halteverbotszone markieren, aufzustellen spätestens 72 Stunden vor dem Umzugstermin. Schön, wenn einem jemand diese Arbeiten abnimmt. Doch das kann richtig teuer werden.

Wer im Internet den Begriff „Halteverbotszone“ eingibt, zum Beispiel bei Google, stößt schnell auf eine Reihe von vermeintlich hilfreichen Geistern, die für freie Bahn am Umzugstag sorgen. Sie heißen „halteverbot.de“, „halteverbotszonen.com“ oder „halteverbot123.de“, und ihre Dienstleistung umfasst das Beantragen der Genehmigung und das rechtzeitige Aufstellen und Wieder-Abräumen der Halteverbotsschilder.

Doch für dieses „Rundum-sorglos-Paket“ lassen sie sich fürstlich entlohnen, wie ein Stichproben-Vergleich im Internet für einige Kommunen in der Region zeigt. Spitzenwerte jenseits der 200-Euro-Marke sind keine Seltenheit – für eine Leistung, die man vor Ort mit ein bisschen Eigeninitiative für einen Bruchteil des Preises bekommt.

Denn wer sich selbst bei seiner Kommune (meist ist das Ordnungsamt zuständig) um die Genehmigung kümmert und bei einem örtlichen Anbieter die Schilder organisiert, kann richtig Geld sparen. Und er spart gleich doppelt, denn in der Regel braucht man nicht nur vor der alten Wohnung Platz für den Möbelwagen, sondern auch an der neuen Wohnadresse.

Wer beispielsweise in Jülich umziehen möchte, bekommt die Halteverbots-Genehmigung bei der Stadt für 30 Euro und die zwei Schilder in Düren zum Abholpreis von 20,82 Euro. Selbst unter Berücksichtigung des verfahrenen Sprits kommt man nicht auf die 244 Euro, die „halteverbot123.de“ für den gleichen Vorgang berechnet. Und auch „halteverbot.de“ langt mit 232,50 Euro noch ordentlich hin.

In Stolberg kann man in Eigenregie für 62,85 Euro Platz für den Möbelwagen schaffen, in unserem Rechenbeispiel kommen zur Gebühr von 30 Euro bei der Stadt zwei Schilder aus Aachen für 32,85 Euro dazu. 140 Euro Ersparnis sollten einem diese Fahrt wert sein, denn alle Internet-Angebote liegen für Stolberg über 200 Euro. Den Vogel schießt www.move-o-naut.com mit 238 Euro ab.

Günstiger als in Eschweiler zieht man in keiner der getesteten Städte um: Hier zahlt man 25 Euro für die Genehmigung und kann sich dann die Schilder bei den Wirtschaftsbetrieben Eschweiler (WBE) kostenlos abholen. Lediglich eine Kaution von 50 Euro pro Stück muss hinterlegt werden, doch wenn die Schilder ordnungsgemäß zurückgebracht werden, bekommt man auch sein Geld wieder.

Ähnlich bürgerfreundlich geht es auch noch in Monschau zu: Hier ist die Genehmigung mit 30 Euro zwar fünf Euro teurer als in Eschweiler, doch auch dort gibt es die Halteverbotsschilder kostenlos.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert