Umzingelt von fünf Kameras

Von: Stefan Schaum
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Alles im Blick: Großaufnahmen
Alles im Blick: Großaufnahmen von Jürgen Beckers und das für Freude johlende Publikum wird bei der TV-Aufzeichnung von fünf Kameras eingefangen. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Hier ist Heimspiel. Ein Saal voller Alsdorfer ist für Jürgen Beckers immer eine sichere Bank. Entspannt ist er dennoch nicht. Denn heute soll der Komiker ja nicht bloß denen Spaß machen, deren Dialekt er zu seinem Markenzeichen gemacht hat.

Telegen muss er sein und möglichst überregional rüberkommen, damit später vor dem Fernseher auch Kölner und Dortmunder was zum Lachen haben. Doch zunächst muss der Mann wieder zur Toilette...

„Schlimm, das mit dem vielen Pipimachen”, sagt er und lacht sein Lausbubenlachen, das eine halbe Stunde vorm Auftritt nicht ganz so locker und schelmisch wirkt wie sonst. Nervenflattern kurz vor der Show.

„Heute ist es besonders übel”, sagt er. Denn nicht nur ist die Alsdorfer Stadthalle mit gut 1000 Zuschauern rappelvoll, es sind auch an die 40 WDR-Mitarbeiter im Saal. Fünf Kameras sind bereit für die zweite Aufzeichnung eines Beckers-Programms.

An zwei aufeinander folgenden Abenden wird bei den Vorstellungen großer Aufwand betrieben, damit später genug gutes Material bereitsteht. Zwei Kameras stehen hinter den Sitzreihen und bleiben auf Beckers Gesicht geheftet. Eine Kamera am Kranarm gleitet dicht über die Köpfe des Publikums und wird die Stadthalle auf dem Bildschirm ganz schön groß erscheinen lassen. Die übrigen Linsen haben die Zuschauer im Visier. Wer besonders heftig lacht, ist ein Fall für die Großaufnahme. „Klatschen Sie ruhig”, wird Beckers später auf der Bühne seine Fans ermuntern. „Muss Ihnen nicht peinlich sein, wenn Ihr Nachbar Sie dabei im Fernsehen sieht.”

Vor gut vier Wochen hat Beckers damit begonnen, die Bausteine des aktuellen Programms „Isch glaub et Disch” so zusammenzusetzen, dass sich für jeden etwas Passendes findet. Regisseur Claus Schmitz, stand dem Alsdorfer dabei zur Seite. „Wenn der Jürgen von einem erhöhtem Verkehrsaufkommen in der Antoniusstraße spricht, klopft der Aachener sich gleich auf die Schenkel. Aber der Düsseldorfer fragt sich nur: Häh, wo ist denn da der Witz?” Deshalb soll Beckers den Gag beim Vortrag um das Kölner „Pascha” und die Hamburger Reeperbahn ergänzen. Dann kapiert das jeder.

Jetzt geht es raus auf die Bühne. Vorher sagt Beckers noch: „Wenn der erste Applaus kommt, dann läufts”. Und es läuft. Die Menge klatscht, Beckers hebt die Arme. Jetzt ist er ganz da. Während der Aufzeichnung schaut Claus Schmitz nur selten hoch zur Bühne. Er kontrolliert lieber die Zeiten, die auf dem Monitor am Kontrollpult eingeblendet werden und notiert sich etliche Zahlen. Damit hinterher der Schnitt des Materials leichter fällt. Mit der Zugabe ist für Jürgen Beckers die Arbeit getan. Für den Regisseur geht sie weiter.

Beckers zwei Mal im TV

Die TV-Aufzeichnungdes Programms „Isch glaub et Disch” ist im WDR am Samstag, 22. September, um 21.45 Uhr zu sehen. Dieser einstündigen Fassung sollen später auch halbstündige und eine 90-minütige Bearbeitung folgen.

Am Sonntag, 23. September, ist Jürgen Beckers erneut im WDR präsent. Um 22.15 Uhr ist er zu Gast bei Christine Westermann und Götz Alsmann. Sein Urteil zum Einsatz bei „Zimmer frei”: „Ich bin ganz klar WG-tauglich.”
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