Umstrittenes Nürburgring-Projekt: Beck unter Druck

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
Eröffnung Nürburgring 2009
Das Luftbild zeigt das 250-Millionen-Euro-Projekt Nürburgring 2009, das am Wochenende eröffnet wurde. Die Affäre um die Privatfinanzierung der neuen Erlebniswelt zieht derzeit weitere Kreise. Nun steht die deutsch-luxemburgische Firma Pineteck, die die Immobilien am Ring kaufen wollte, unter Geldwäsche-Verdacht. Der Staatsanwaltschaft Frankfurt liegt eine Anzeige vor. Foto: Thomas Frey dpa/lrs

Nürburg. Nach der gescheiterten Privatfinanzierung für ein Freizeitpark-Projekt am Nürburgring gerät der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) immer stärker unter Druck. Der von Beck angekündigte US-Großinvestor für das am Donnerstag eröffnete Freizeitzentrum, Pierre S. DuPont V., bestritt gegenüber dem SWR jegliches Engagement.

„Alle Behauptungen, dass ich Anleger oder potenzieller Anleger bin oder einmal war, sind völlig falsch und unbegründet.” Die SPD-Landesregierung muss das 250 Millionen Euro teure Projekt jetzt mit einer teuren Standardfinanzierung stemmen.

„Dies ist für die Region und weit darüber hinaus ein zentrales Zukunftsprojekt”, verteidigte Beck am Freitag im Mainzer Landtag das millionenschwere Engagement. Beck betonte, es solle nun „nicht der Versuch unternommen werden, diese unglaubliche Chance für die Eifel zu schädigen”. Durch den Ausbau am Nürburgring würden 500.000 zusätzliche Besucher in der Eifel und ein Umsatzplus von 50 Millionen Euro pro Jahr erwartet. Allein am Ring entstünden 500 zusätzliche Arbeitsplätze.

Mit Blick auf DuPont hatte Beck von „ganz großem Milliardärsadel” gesprochen, aber auch schon Zweifel anklingen lassen: „Der ist uns als Investor genannt worden. Ich gehe davon aus, dass das stimmt, aber ich kann es nicht belegen.” Regierungssprecher Walter Schumacher bestätigte am Freitag, dass bereits am vergangenen Wochenende Zweifel aufgekommen waren. Die Information, DuPont wolle am Nürburgring investieren, stammte von einem Finanzvermittler aus der Schweiz, dem inzwischen illegales Geschäftsgebaren vorgeworfen wird. DuPont schrieb dem SWR aber, er kenne diesen Vermittler gar nicht. Er habe „weder mit ihm noch mit der rheinland-pfälzischen Regierung irgendetwas zu tun gehabt”.

Vor der fast zweistündigen Debatte im Landtag um den Nürburgring war der bisherige Staatssekretär Carsten Kühl als neuer Finanzminister vereidigt worden. Sein Vorgänger, Ingolf Deubel (beide SPD), war am Dienstag nach Bekanntwerden der geplatzten Privatfinanzierung zurückgetreten. CDU und FDP fordern nun die vollständige Aufklärung durch einen Untersuchungsausschuss.

Die Homepage wurde aktualisiert