Umstrittene Englischprüfung: Ministerium prüft Kritik von Schülern

Von: Madeleine Gullert
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schule symbol  Stefan Sauer/dpa
Im Falle der umstrittenen Englischprüfung hat das NRW-Schulministerium noch keine Entscheidung getroffen. Symbolbild: dpa

Düsseldorf. Das NRW-Schulministerium hat noch nicht entschieden, ob die als zu schwer empfundene Zentrale Prüfung im Fach Englisch nachgeschrieben oder das Bewertungsraster angehoben wird. Das teilte Ministeriumssprecher Jörg Harm am Montag auf Anfrage mit. Man befinde sich mitten in der Prüfung.

„Es geht darum, ein faires Verfahren im Interesse der Schüler zu finden“, sagte Harm. „Diese Aufgaben durchlaufen ein komplexes Verfahren inklusive Gutachterkommission und Praxischeck.“ Alle Beteiligten seien in die Überprüfung involviert.

Am Donnerstag hatten rund 100.000 Schüler in NRW ihre Zentrale Prüfung im Fach Englisch geschrieben. Besonders bezüglich der Prüfung für den Mittleren Abschluss, die an Gesamtschulen, Realschulen, Sekundarschulen und in einigen Kursen an Hauptschulen geschrieben wird, hatte es danach Beschwerden gegeben. Besonders schwer verständlich sei eine Hörverstehensaufgabe gewesen, eine Rede von Prinz Harry.

Das hatten Schüler, Lehrer und Lehrerverbände gegenüber unserer Zeitung erklärt. Diese Prüfung haben etwa 80.000 Zehntklässler mitgeschrieben. Für den Hauptschulabschluss gibt es eine leichtere Version. Man habe den Eindruck, dass es dort keine Kritikpunkte gegeben habe, so Harm.

Eine am Donnerstag eingerichtete Online-Petition hatte Montagabend weit mehr als 43.000 Unterstützer. Der Initiator der Petition, ein Schüler aus Bergisch Gladbach, fordert, dass die Prüfung nachgeschrieben wird. Ob das Ministerium dem Wunsch entspricht, ist unklar. Lehrerverbände wie der VBE kritisieren, dass das nur Stress für die Schüler bedeute. Der Verband Lehrer NRW, dessen Vorsitzende Brigitte Balbach das Thema am Montag im Ministerium angesprochen hatte, wünscht sich eine „praktikable Lösung“.

Man könne Schülern freistellen, ob sie nachschreiben wollen. Harms sagte, dass alle Möglichkeiten – Anheben des Rasters, Herausnehmen der Hörverstehensaufgabe, das Nachschreiben – in Betracht gezogen würde. Ein potenzieller Nachschreibtermin stünde fest: der reguläre Nachschreibtermin für Schüler, die den ersten Termin verpasst haben. Das wäre der 1. Juni. Es sei unklar, wann eine Entscheidung fällt. Am Dienstag wisse man sicher mehr, so Harms. Aus Verbandskreisen heißt es, dass die Schulen heute Anweisungen erhalten.

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