Trump-Perücke ist der Hit im Karneval

Von: Angela Delonge
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Am 11.11. waren schon die ersten Jecken als US-Präsident verkleidet: An den tollen Tagen könnten noch viele Donald Trumps mehr auf den Straßen feiern. Foto: imago/Horst Galuschka

Köln/Aachen/Würselen. Das angesagteste Kostüm in dieser Session ist relativ einfach auf die Beine zustellen: schwarzer Anzug, weißes Hemd, rote Krawatte, blonde Perücke – fertig ist die Verkleidung nach dem Vorbild des US-Präsidenten Donald Trump. Fast alles davon hat Mann im Schrank, nur eine blonde Perücke mit dem typisch tiefen Seitenscheitel muss man sich als Karnevalist wohl noch besorgen.

Doch das ist jetzt auf die Schnelle gar nicht so einfach, denn die Nachfrage nach der berühmten Trump-Föhnwelle ist immens. Tatsächlich scheint kein anderes Accessoire dieses Jahr im Karneval so beliebt zu sein wie eine Perücke nach dem Vorbild des Trumpschen Haarschopfes. Direkt nach der Präsidentenwahl am 8. November war die spezielle Haartracht von Donald Trump in die Herzen der Karnevalisten katapultiert worden.

Bereits zum Sessionsaufakt am 11.11. wurden die ersten öffentlichen Verballhornungen gesichtet – zum Beispiel in Köln auf der Domplatte oder vor dem Düsseldorfer Rathaus. Dort zog der Hoppeditz über den schwerreichen Politiker her. „En Arsch mit Ohren – ja, dann nennt man Dich jetzt Mr. President‘“, rief der als Narrenfigur verkleidete Tom Bauer bei seiner Rede zum Beginn der Session und bezeichnete Trump als „Grabscher-König“.

Schon damals hatte sich die Trump-Verkleidung als Trend abgezeichnet. Björn Lindert, Geschäftsfrüher des großen Karnevalsausstatters Deiters aus Frechen bei Köln, hatte nach eigenen Angaben direkt darauf reagiert. Er ließ die gefragten Perücken in sehr hoher Stückzahl produzieren. „Es war klar, dass so eine Figur dem ein oder anderen Karnevalisten gute Möglichkeiten zur Persiflage bieten würde“, sagt Lindert.

So war die Trump-Perücke bei Deiters schon seit Dezember 2016 zu haben. Inzwischen ist sie dort längst ausverkauft – im Onlineshop und in den meisten Filialen, wie zum Beispiel in Aachen und Eschweiler. Linderts Fazit: „Die Trump-Perücke war in dieser Karnevalszeit bei uns definitiv eine der am besten verkauften Perücken überhaupt.“

Der Trump-Hype erinnere ihn ein wenig an den Karneval des Jahres 2014, sagt Lindert, als auf einmal jede Menge Bischofskostüme verkauft wurden – es war die Zeit, als der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wegen seiner Amtsführung in die Schlagzeilen geriet. Kurz nach Karneval, im März 2014, wurde der Bischof abberufen.

Beim niederländischen Karnevalsausstatter Karnevalswierts, der mit einer großen Filiale in Würselen in der Region vertreten ist, liegen die Dinge ähnlich und doch anders. Dort läuft die Trump-Perücke erst jetzt zur Hochform auf. Wochenlang hatte Frank Dohmen der sehr hohen Nachfrage nicht nachkommen können. Wochenlang hatte er sich bemüht, das blonde Haarteil ins Sortiment zu bekommen, erzählt der Würselener Geschäftsführer. Doch habe er weit und breit keinen Lieferanten gefunden, der ihm die gewünschte Ware auf die Schnelle liefern konnte.

Am Ende machte er drei Perückenlieferanten aus, die noch „richtig kurzfristig“ auf den Trend aufgesprungen seien, sagt Dohmen. „‚Wir haben alles geordert, was wir bekommen konnten.“ Nun sind Hunderte Trump-Perücken geliefert und seit Mittwoch im Verkauf – online und vor Ort.

Wer trotzdem nicht mehr um Zuge kommen sollte und es schafft, eine der begehrten Perücken zu ergattern, könnte es einer Kostümverleiherin aus Österreich nachtun. Seit ihr Vorrat ausverkauft ist, greift Manuela Plank aus Pfaffstätten bei Wien zur Schere und arbeitet blonde Echt- und Kunsthaarperücken um. „Die Nachfrage war einfach zu groß“, sagt sie. „Das schwierigste ist, dass man diese abgeschwächte Elvis-Tolle auch hinbekommt“, meinte die 49-Jährige.

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