Trockenheit im Hohen Venn erhöht Brandrisiko

Von: Sabine Rother
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Eine rote Flagge verbietet am Dienstag (26.04.11) an einem Eingang zum Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutsch-belgischen Grenze bei Muetzenich das Betreten des Naturschutzgebietes wegen Brandgefahr. Im Hohen Venn hat in der Nacht zum Dienstag der verheerendste Waldbrand in der Geschichte des belgisch-deutschen Naturschutzgebietes gewuetet und bis zu 1.000 Hektar Torflandschaft verwuestet. Der Brand war am Ostermontag (25.04.11) nahe der Stadt Eupen rund 30 Kilometer von der deutschen Grenze ausgebrochen. Die Behoerden schliessen Brandstiftung nicht aus. (zu dapd-Text) Foto: Hermann J. Knippertz/dapd

Eupen. Die roten Fahnen flattern an den Zugängen zum Hohen Venn, und sie werden auch in nächster Zeit noch warnen, denn die Meteorologen haben keine wesentliche Änderung der Wetterlage angekündigt. Die geringen Regenfälle der letzten Tage sind rasch versickert.

Den Rest hat kräftiger Wind getrocknet: Es herrscht Brandgefahr. „Häufig haben wir ab März, April diese Situation“, sagt René Dahmen, Leiter des Forstamtes in Elsenborn, das die Situation im Blick hat und darüber entscheidet, ob gesperrt wird oder nicht.

Die Hochdrucklage sowie anhaltender Ost- und Nordwind sorgen dafür, dass die Oberfläche des Moores gefährlich austrocknet, besonders das hier wachsende Pfeifengras kann sich leicht entzünden. „Es brennt dort extrem schnell, obwohl der Untergrund feucht ist. Wenn das geschieht, sind weite Flächen betroffen“, erklärt Dahmen. „Besucher sind häufig sehr leichtfertig. Erst kürzlich wurde wieder ein Lagerfeuer entzündet.“

Je weniger Wanderer in dieser Zeit im Venn unterwegs sind, umso sicherer sind alle – Natur und Mensch, denn rasch können Besucher von einem ausbrechenden Feuer umzingelt werden; die Flammen können schnell ein bis zwei Meter hoch werden. Vor drei Jahren, so erinnert sich Dahmen, entwickelte sich solch eine Gefahrenlage im Bereich Baraque Michel.

Sind die Fahnen gehisst, werden die Zugänge zu den Holzstegen, über die man mitten durch das Moor wandern kann, versperrt. Diese Regionen dürfen dann nicht betreten werden. Wege, die am Rande des Hohen Venns verlaufen, sind nicht betroffen. Gleichfalls der Naturlehrpfad des Poleûrvenns zwischen Baraque Michel und Mont Rigis ist zugänglich. Auch die breiten Forststraßen, die um die gesperrten Gebiete herumführen, sind den Vennbesuchern erlaubt.

„Neben der Feuergefahr gibt es ab sofort einen weiteren Grund für Sperrungen“, berichtet Christine Kirschfink vom Eupener Naturzentrum Haus Ternell. „Bis zum 13. Juni wird die Vogelbrut geschützt. Bei uns gibt noch die sehr seltenen Birkhühner.“ Betroffen von diesen Schutzmaßnahmen sind Wanderwege in der B-Zone (Nr. 33 und 35), die von Ba­raque Michel zum „Bouquet Bastin“ verlaufen sowie in der C-Zone im Wallonischen Venn (Fagne Wallonne), im Zwei-Serien-Venn (Fagne des Deux Séries) und um Cléfaye-Venn (Fagne de Cléfaye).

„Für die meisten Besucher ist das allerdings nicht dramatisch“, meint Christine Kirschfink. „C-Wege darf man ja ohnehin nur mit einem Naturführer betreten.“ Wanderer, die sich über die Verbote hinwegsetzt, riskieren übrigens Geldstrafen. Weitere Infosgibt estelefonisch unter Telefon 0032/ 87/552313.

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