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Treffen von „Männerrechtlern“ auf Katschhof?

Von: Madeleine Gullert
Letzte Aktualisierung:
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Geplatzt: Auf dem Katschhof sollte ein Treffen der „Männerrechtler“ stattfinden - passieren wird das wohl nicht. Foto: LVR

Aachen. Eine aus Amerika stammende Männerinitiative, die sich dem „Aufreißen“ von Frauen widmet, hat für Samstag weltweit mehrere Treffen angekündigt. Das einzige in Nordrhein-Westfalen soll in der Aachener Innenstadt auf dem Katschhof stattfinden, oder besser: sollte.

Am Donnerstag wurden die umstrittenen Treffen vom Veranstalter, dem amerikanischen Blogger und selbst ernannten „Männerrechtler“ Daryush Valizadeh, abgesagt. Er fürchte um die Sicherheit der Männer, nachdem sich in vielen Städten weltweit Proteste angekündigt hatten.

Kritiker bezeichnen die Gruppe, die sich „Return of Kings“ (Rückkehr der Könige) nennt, frauenfeindlich und werfen ihr unter anderem vor, Vergewaltigungen von Frauen legalisieren zu wollen.

Ursprünglich sollte es in 165 Städten in 43 Ländern Treffen geben. Die Orte, darunter Brüssel und München, befinden sich immer noch auf der Homepage. Deshalb ist unklar, ob die Treffen tatsächlich abgesagt sind. Denkbar ist auch, dass sich die Männer informell zusammenfinden.

Die Aachener Linksjugend glaubt jedenfalls nicht an eine Absage. Die jungen Linken haben für Samstag, 19 Uhr, eine Demonstration gegen die Männervereinigung angekündigt. Auch die Aachener Polizei ist alarmiert. „Wir sind vor Ort und haben das im Auge“, sagt Polizeisprecher Paul Kemen.

Ohnehin wird es auf dem Katschhof eine Polizeipräsenz geben. Denn am Samstag wird dort im Zelt der Oecher Penn Karneval gefeiert. Es könnte also für die „Kings“ ohnehin schwer werden, sich dort zu finden – trotz festgelegtem Code.

„Die Leute bekommen Ärger mit uns“, kündigte Kemen an. Man werde solche Aktionen nicht zulassen, sollte es denn tatsächlich darum gehen, dass Männer dort für das Recht auf Vergewaltigung kämpfen wollen. Das nämlich wird in sozialen Netzwerken behauptet.

„König“ Valizadeh selbst schreibt, dass es lediglich ums Netzwerken und Kennenlernen gleichgesinnter Männer gehe. An den unterschiedlichen Standorten sollten sich „Stämme“ bilden. Das Ziel: die Unsicherheit der Männer bekämpfen.

Wie „Return of Kings“ das erreichen will? Valizadeh schreibt unter dem Künstlernamen Roosh im Netz über den von ihm propagierten Neomaskulinismus. Männern in der westlichen Welt sei die Männlichkeit abhanden gekommen, schreibt er. Sie seien oft schwach, sagt Valizadeh. Der Feminismus habe Männer zum unterlegenen Geschlecht gemacht.

In seinen Texten und Büchern erklärt er aber auch, wie Männer Frauen manipulieren und schnell verführen können. Mit ein paar Verhaltensweisen und Sprüchen sei das ganz leicht. Ohnehin müsse man sich Frauen einfach nehmen. In einem weiteren Beitrag vertritt der 36-Jährige sogar die Meinung, dass Vergewaltigung in der Ehe erlaubt sein müsse.

„Alles nur Satire“, ruderte er später zurück. Und auch für die Treffen am Samstag hat Roosh die Reißleine gezogen. „Die Treffen waren nie als Konfrontation mit hässlichen Frauen gedacht“, schreibt er in Anspielung auf die zu erwartenden Demonstrationsteilnehmerinnen.

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