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Traumpfad: Der Felsensteig in der Südeifel

Von: Martin Thull
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Von MARTIN THULL Wie wäre es mit einem Ausflug zum „Juckelberg“, danach ans Gipfelkreuz des „Sammetzkopfes“ und am „Heidberg“ zurück? Und dabei umrunden wir den 325 Meter hohen Berg, der auf den schönen Namen „Auf der Wutzkaul“ hört? Wer den „Pyrmonte
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Von MARTIN THULL Wie wäre es mit einem Ausflug zum „Juckelberg“, danach ans Gipfelkreuz des „Sammetzkopfes“ und am „Heidberg“ zurück? Und dabei umrunden wir den 325 Meter hohen Berg, der auf den schönen Namen „Auf der Wutzkaul“ hört? Wer den „Pyrmonte
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Von MARTIN THULL Wie wäre es mit einem Ausflug zum „Juckelberg“, danach ans Gipfelkreuz des „Sammetzkopfes“ und am „Heidberg“ zurück? Und dabei umrunden wir den 325 Meter hohen Berg, der auf den schönen Namen „Auf der Wutzkaul“ hört? Wer den „Pyrmonte

Region. Wie wäre es mit einem Ausflug zum „Juckelberg“, danach ans Gipfelkreuz des „Sammetzkopfes“? Und am „Heidberg“ zurück? Und dabei umrunden wir den 325 Meter hohen Berg, der auf den schönen Namen „Auf der Wutzkaul“ hört? Wer den „Pyrmonter Felsensteig“ erwandert, der befindet sich auf einem der Traumpfade in der südlichen Eifel, kurz hinter Mayen.

Und wie es sich für einen Traumpfad gehört – 2015 mit dem Titel „Deutschlands schönster Wanderweg“ in der Kategorie Touren ausgezeichnet –, geht es über Berg und Tal, durch Wald und über die Hochebene Münstermaifeld, manchmal steil bergan und ähnlich steil auch wieder bergab. Nichts für Kinderwagen, mindestens im Grundschulalter sollten Kinder sein, wenn sie mit auf den Weg genommen werden. Und Kondition ist notwendig, festes Schuhwerk empfohlen.

Exakt 11,7 Kilometer haben die Weggestalter gemessen. Bis zu vier Stunden sollte man kalkulieren. Ganz überwiegend geht es über weiche Wald- und Wiesenwege, selten Schotter, die Strecke über Asphalt ist so kurz, dass man sie vernachlässigen kann.

Perfekt ausgezeichnet

Die Beschilderung ist ausgezeichnet, ein Verlaufen nur mutwillig möglich. Und das Schöne an diesen Schildern ist, dass sie in beide Richtungen die Kilometerzahl angeben. Der Wanderer ist also immer genau im Bild, welche Strecke er bereits zurückgelegt hat und was noch zu bewältigen ist. Denn der Rundweg kann in beide Richtungen beschritten werden. Wir folgen dem Weg im Uhrzeigersinn.

Start ist am Landgasthaus Pyrmonter Mühle. Aber Achtung: Der Wandererparkplatz dort hat nur eine begrenzte Aufnahmekapazität. Eine Ausweichmöglichkeit besteht auf dem rund 300 Meter entfernten Parkplatz gleich an der Burg Pyrmont. Da diese an der Strecke liegt, ist ein Einstieg dort ohne Schwierigkeiten möglich. Und noch eine wichtige Information vorab: Die Pyrmonter Mühle hat als Gasthaus nicht regelmäßig geöffnet.

Eine Auskunft über die Öffnungszeiten sollte man im Internet einholen. Auch die Burg ist den Winter über geschlossen und auch in der Saison lediglich an den Wochenenden zu besichtigen. Es sei denn, man will dort seine Hochzeit feiern. Das ist bei rechtzeitiger Buchung möglich und unabhängig vom sonstigen Betrieb.

Start und Ziel ist – regulär – an der Pyrmonter Mühle. Dort ragt bereits die Burg empor. Besonders der rund 25 Meter hohe runde Bergfried beherrscht die übrigen Gebäude. Die Anlage entspricht dem typischen Stil der Stauferzeit am Ende des 12. Jahrhunderts. Wegen Erbstreitigkeiten gab es immer wieder Auseinandersetzungen.

Zeitweise war die Burg vom Verfall bedroht. Dennoch wurden die Fassaden im Barock durch Einbau neuer Fenster vereinheitlicht. Die Reste des dritten Stockwerks erinnern daran, dass die Burg lange Zeit Ruine war.

Düsseldorfer Architekten

Unterhalb der Burg sind im Süd- und Westhang noch Spuren des hier bis ins 18. Jahrhundert betriebenen Weinbaus erkennbar. Ihre heutige Gestalt verdankt die Burg zwei Düsseldorfer Architekten, die nach 1963 mit Sicherungsarbeiten und einem allmählichen Wiederaufbau begannen, insbesondere der Kernburg.

Im Jahr 1990 wurde das Burgareal für Besucher geöffnet. In den Innenräumen können heute alte Möbel und Ausstattungsteile besichtigt werden, die die Räume mit Geschichte füllen und zum Teil an die früheren Burgeigentümer erinnern. In der wiedererrichteten Vorburg befindet sich ein Andenkenladen.

Das Geräusch der Wasserfälle an der Mühle verschwindet bald, während der Wanderer zunächst dem Wahlbach folgt. Dann umfängt ihn Stille – lediglich unterbrochen vom Plätschern des Baches und dem Rauschen der Blätter, die im Herbst bunt gefärbt sind. Dazwischen ein wenig Vogelgezwitscher. Aber kein Verkehrslärm, keine Flugzeuge am Himmel.

Und die Geräusche der Windräder, die manche Hügelkuppe bevölkern, sind auf die Entfernung nicht auszumachen. Anfangs gibt es immer wieder Durchblicke auf die Burg, auf der Spitze des Turms flattert eine gelbe Fahne mit einer dicken roten Zickzacklinie.

Im Tal des Elzbachs

Wo es sehr steil wird, sind Tritte aus kurzen Baumstämmen in den Hang gelegt. Und solange der Weg nicht über blanken, feucht-rutschigen Felsen führt, ist er leicht und locker zu gehen, auch wenn der Atem kürzer wird, geht es doch teilweise ein gutes Stück bergauf.

Geradezu ein Leckerbissen für den Wanderer ist die Passage durch das Tal des Elzbachs. Sanft schwingend folgt der Weg dem Bachlauf, immer wieder sorgen Brücken für eine Überquerung trockenen Fußes. Würde man dem Bach in anderer Richtung folgen, gelangte man irgendwann an die Burg Eltz, bekannt vom früheren 500-D-Mark-Schein.

Abseits liegt am Wegesrand der Eingang einer Höhle, tatsächlich ist es das Ende eines Stollens, in dem früher Schiefer abgebaut wurde, das charakteristische Gestein der Eifel neben dem Basalt. Ein weicher Feldweg führt zum nahen Naturschutzgebiet am „Juckelberg“, das wahre Naturschätze wie knorrige Wälder und im Frühjahr prachtvoll blühende Ginsterhecken zeigt. Aus dem Wald tretend kommt der Wanderer auf die Hochebene des Münstermaifelds.

Es folgt eine schattenlose Passage, zudem kann ein schneidender Wind fegen. Schon sichtbar wird das Gipfelkreuz des „Sammetzkopfes“, 341 Meter „hoch“. Eine herrliche Aussicht in alle Himmelsrichtungen bietet sich. Und als wäre ein mächtiges Kreuz nicht Schutz genug, haben die Erbauer noch ein kleines Kreuz zusätzlich auf die Spitze gesetzt.

Weiter führt der Weg immer noch durch die Felder, jetzt leicht abwärts. Etwas abseits des Weges tauchen Steinsockel auf, verwittert und ohne rechten Bezug zur Umgebung. Doch die Aufklärung folgt an einer kleinen, ebenso verrotteten Kapelle. „Einsturzgefahr“ warnt ein Schild.

Die Erklärung: Die Kapelle wurde im Jahre 1856 von Salome Braun errichtet. Sie stammte aus dem benachbarten Naunheim und war in den Orden der Franziskanerinnen eingetreten. Mit päpstlicher Genehmigung durfte sie den Orden verlassen, um ihren kranken Bruder zu pflegen.

Auf den Steinsockeln standen ursprünglich Figuren zum Kreuzweg. Diese wurden später in die Naunheimer Kirche übergeführt. Das Innere der Kapelle wurde immer wieder mutwillig beschädigt und wiederholt renoviert. Zeitweise diente es auch als Schutzraum bei Unwettern.

Aktuell macht „dat Kapellche“ den Eindruck zunehmenden Verfalls. Dennoch ist es immer noch Zeugnis der Frömmigkeit der Landbevölkerung, wovon auch mehrere Wegekreuze am Rand des Felsensteigs zeugen. Dafür steht auch eine lebensgroße Kreuzigungsgruppe vor der Kreuzung der Landstraße. Sie wurde 1652 zum Dank für das Überstehen der Nöte des Dreißigjährigen Krieges errichtet.

Entlang der Straße führt der Weg zurück über eine Brücke mit einer kleinen Kapelle zum Parkplatz. Zuvor schon hatte es erneut immer wieder Durchblicke auf die Burg gegeben.

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