Gangelt/Schinveld - Toter in der Heide: Müllsack gefunden

Toter in der Heide: Müllsack gefunden

Von: Georg Schmitz
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Der leitende Kriminalbeamte aus den Niederlanden untersucht den kurz zuvor in etwa 16 Metern Tiefe gefundenen Plastiksack. Foto: Georg Schmitz
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Die Kriminalbeamten der Spurensicherung holen den verdächtigen Plastiksack ab und bringen ihn zwecks weiterer Untersuchungen zur Rechtsmedizin. Foto: Georg Schmitz

Gangelt/Schinveld. Bei der Suche nach der Leiche in der Teverener Heide nehmen die niederländischen Ermittlungsbehörden den Fund eines schwarzen Plastiksacks in etwa 16 Metern Tiefe zum Anlass, an dieser Stelle die Grabungen intensiv voranzutreiben.

Die Polizei geht davon aus, dass der Sack ein erstes Indiz für das Abkippen von Müll in diesem Bereich sein könnte. Dem Abfallsack war ein Klebeband sowie ein weißes Etikett angehaftet, auf dem in niederländischer Schrift noch deutlich Maßangaben zu lesen sind.

Bei der Verfüllung der Tongrube wurde ab 1996 massenhaft Erdreich und Abraum aus vielen Baugruben des Umlandes durch zahlreiche Transportunternehmen in das bis zu 21 Meter tiefe Loch gekippt. Recherchen unserer Zeitung ergaben, dass eine Person aus den Niederlanden einem damals mit dem Verfüllen beschäftigten Maschinisten Geld für das Abkippen einer Ladung Müll gegeben hat. Darunter soll die Mülltonne mit dem Leichnam des Getöteten gewesen sein. Der Maschinist selber habe nichts über den Inhalt des Abfallbehälters gewusst.

Die niederländischen Ermittlungsbehörden haben über die Gemeinde Landgraaf bereits versucht, den Besitzer einer verschwundenen „Kliko“, so der Name der Tonne in Holland, zu finden. Die „Klikos“ sind den in Deutschland verwendeten Restabfalltonnen mit Deckel, Griffen und Rädern ähnlich. Die Ermittlungen nach dem Tonnenbesitzer blieben erfolglos, weil die „Klikos“ erst ab 2006 in Landgraaf registriert und einem Haushalt zugeordnet wurden und sich das Verbrechen bereits vor über 17 Jahren ereignet haben soll.

Von dem Maschinisten sind auch keine weiteren Hinweise mehr zu erwarten, weil er zwischenzeitlich verstorben ist. Zuvor hatte er in seiner Stammkneipe bereits mehrfach über die Mülltonne in der Kiesgrube gesprochen.

Der gefundene Plastiksack wurde zwecks weiterer Untersuchungen von der Spurensicherung der niederländischen Kriminalpolizei abgeholt. Die von niederländischer Seite übernommenen Kosten für die Grabungsaktion sind indes auf rund 100.000 Euro gestiegen. Wenn der Tote bis zum Wochenende nicht gefunden wird, muss die Polizei auf die Freigabe von weiteren finanziellen Mitteln warten, um den Such-Radius erweitern zu können.

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